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ViDA: Was nach der E-Rechnungspflicht kommt — und warum Sie jetzt handeln müssen

André Koch
4 Min.
Aktualisiert am: 24.07.2026

Die E-Rechnungspflicht ist für viele Unternehmen noch nicht vollständig umgesetzt und schon wartet die nächste große Veränderung. Mit der EU-Initiative ViDA (VAT in the Digital Age) kommt ab 2030 ein digitales Meldesystem. Es verändert grundlegend, wie Unternehmen ihre Umsatzsteuer kommunizieren. Wer heute seine E-Rechnung einrichtet, ohne ViDA mitzudenken, riskiert in wenigen Jahren ein vollständiges Integrationsprojekt

Was ist ViDA — und warum betrifft es Ihr Unternehmen?

ViDA steht fuer ‚VAT in the Digital Age‘ – ein Reformpaket der EU zur Modernisierung des Mehrwertsteuersystems. Der ECOFIN-Rat verabschiedete es am 11. Maerz 2025. Am 14. April 2025 trat es in Kraft.

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Ziel: Umsatzsteuerbetrug bekämpfen, Meldeprozesse digitalisieren und EU-weit ein einheitlicheres System schaffen. Für deutsche Unternehmen ist ViDA kein abstraktes EU-Thema — es ist die direkte Fortsetzung der E-Rechnungspflicht.

Was sind die drei Säulen von ViDA?

Säule 1 — Digitale Meldepflichten (Digital Reporting Requirements):

Transaktionsdaten müssen künftig zeitnah elektronisch an die Finanzbehörden übermittelt werden. Die bisherige Zusammenfassende Meldung (ZM) fällt weg. Unternehmen erstellen die E-Rechnung und melden die Daten am selben Tag automatisch.

Säule 2 — Plattformbesteuerung:

Online-Marktplätze tragen ab einem bestimmten Umsatz die Mehrwertsteuerverantwortung für Transaktionen auf ihrer Plattform. Betrifft vor allem Unternehmen im E-Commerce.

Säule 3 — Einzige Anlaufstelle (One-Stop-Shop):

Die OSS- und IOSS-Regelungen werden ausgeweitet. Mehrfache Mehrwertsteuerregistrierungen in verschiedenen EU-Ländern sollen damit entfallen.

Welche Fristen gelten konkret?

Seit 01.01.2025E-Rechnungen empfangen: Pflicht für alle B2B-Unternehmen in Deutschland
Ab 01.01.2027E-Rechnungen ausstellen: Pflicht für Unternehmen mit Umsatz > 800.000 €
Ab 01.01.2028E-Rechnungen ausstellen: Pflicht für alle B2B-Unternehmen
Ab 01.07.2030Digitales Meldesystem für grenzüberschreitende B2B-Umsätze (EU, ViDA)

Deutschland plant zusätzlich ein nationales Meldesystem, das inländische und grenzüberschreitende Meldepflichten zusammenführt um Unternehmen nicht doppelt zu belasten.

Was bedeutet das digitale Meldesystem konkret?

Ab 2030 müssen Unternehmen bei grenzüberschreitenden B2B-Umsätzen innerhalb der EU strukturierte E-Rechnungen ausstellen und Transaktionsdaten am Tag der Rechnungserstellung digital melden.

Das Meldesystem ersetzt die Zusammenfassende Meldung vollständig. Wer keine funktionierenden E-Rechnungsprozesse hat, kann 2030 seine EU-Meldepflichten nicht erfüllen.

Die E-Rechnung ist die technische Voraussetzung für das Meldesystem — nicht das Endziel.

Warum Peppol jetzt relevant wird

Peppol (Pan-European Public Procurement OnLine) ist kein Rechnungsformat. Es ist ein europäisches Transportnetzwerk für Geschäftsdokumente vergleichbar mit einem sicheren, verschlüsselten digitalen Postweg.

Peppol funktioniert nach dem Roaming-Prinzip: Ein Unternehmen verbindet sich einmal mit einem zertifizierten Access Point. Von dort erreicht es jeden anderen Peppol-Teilnehmer in Europa, ohne direkte Einzelanbindung.

Laut einer VeR-Umfrage aus Juni 2026 entfielen die meisten Nennungen als bevorzugter Übertragungsweg auf Peppol. E-Mail gilt unter Experten bereits als Auslaufmodell. Belgien hat Peppol zum 1. Januar 2026 verpflichtend eingeführt. Deutschland folgt diesem Weg.

Wer heute in ein ERP-System investiert, das Peppol nicht unterstützt, riskiert 2030 ein vollständiges Integrationsprojekt.

Der häufigste Fehler bei der ViDA-Vorbereitung

69 Prozent der deutschen Unternehmen fühlen sich laut VeR-Studie (Juni 2026) über das geplante Meldesystem unzureichend informiert. 81 Prozent bewerten den Vorbereitungsstand in Deutschland insgesamt als schlecht.

Der häufigste Fehler: Unternehmen behandeln die E-Rechnung als isoliertes Compliance-Projekt. Sie wechseln das Format, passen aber weder Stammdaten, noch ERP-Prozesse, noch die Archivierung an.

ViDA-Meldepflichten funktionieren nur mit sauberen Transaktionsdaten. Fehlerhafte USt-IDs, fehlende Leitweg-IDs oder inkonsistente Stammdaten führen im Echtzeitreporting sofort zu Problemen.

Drei Maßnahmen, die Sie jetzt umsetzen sollten

1.  ERP auf Peppol-Kompatibilität prüfen: Fragen Sie Ihren Softwareanbieter: Unterstützt das System Peppol als Übertragungsweg heute oder auf der Roadmap?

2.  Stammdaten bereinigen: Prüfen Sie Kundenstammdaten systematisch auf vollständige USt-IDs, korrekte Adressen und hinterlegte Leitweg-IDs. Das ist kein einmaliger Schritt, sondern ein laufender Prozess.

3.  E-Rechnungsprozesse vollständig digitalisieren: Ein Formatwechsel reicht nicht. Empfang, Prüfung, Freigabe, Buchung und Archivierung müssen medienbruchfrei ineinandergreifen — als Vorbereitung auf automatisiertes Reporting.

Wie Scopevisio Sie auf ViDA vorbereitet

Scopevisio verarbeitet eingehende E-Rechnungen automatisch im Rechnungseingangsbuch. Das System erstellt XRechnung und ZUGFeRD auf Knopfdruck und archiviert Belege GoBD-konform.

Scopevisio ist auf die kommenden Anforderungen aus ViDA und dem deutschen Meldesystem ausgelegt – als Cloud-ERP made in Germany, das sich automatisch aktualisiert, wenn sich gesetzliche Anforderungen ändern.

André Koch

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