Mittelstand 4.0: Zu erfolgreich, um etwas zu ändern?

Mittelstand 4.0: Zu erfolgreich, um etwas zu ändern?

Stefan Maron 05. November 2015 7779 Aufrufe
Die Digitalisierung führt derzeit zu einem radikalen Wandel der Art und Weise, wie wir leben und arbeiten. Nicht nur die Produkte werden smarter, sondern es findet eine strukturelle Veränderung von Märkten und im Zuge dessen der gesamten Gesellschaft statt. Im Zuge der digitalen Transformation müssen vor allem die Dienstleistungsbranchen umdenken: Unternehmen müssen intern praktisch alle Aufgaben überdenken und umgestalten – das Change Management gewinnt an Bedeutung. Nach außen verändern sich die Wettbewerbsregeln drastisch. Alte Branchen werden neu definiert, neue entstehen. Plattformgestützte Unternehmen wie Uber und Airbnb verdrängen traditionelle Geschäftsmodelle durch neue Anwendungen, die das Alltagsleben komfortabler machen. Dabei scheuen sie nicht davor zurück, kreativ mit bestehenden Gesetzesvorschriften und Industrienormen umzugehen. In der sogenannten „Kollaborativen Ökonomie“ bzw. „Sharing Economy“ (Phänomene wie Wikipedia, Creative Commons und Crowdsourcing) entwickeln sich die Märkte über das Internet zunehmend zu Foren der Zusammenarbeit. All diese Plattformen sind auf Software und Algorithmen aufgebaut.

Industrie 4.0: Vollautomatisierte Fertigung in der „intelligenten Fabrik“

Auch in der Industrie spielt Software eine immer größere Rolle: Es werden derzeit Automatisierungstechniken entwickelt, die in Zukunft dafür sorgen sollen, dass der Mensch als Produktionsfaktor in den Hintergrund tritt. Die Produktion erfolgt dann durch das automatisierte Ineinandergreifen von Software, Sensoren, Aktoren, Maschinen und Logistik. Sogenannte cyber-physische Systeme (CPS) sind hier die Basis: über internetfähige Software werden mittels Sensoren und Aktoren mechanische und elektrische Komponenten gesteuert. Die menschenlose vollautomatisierte Fertigung in der „intelligenten Fabrik“ durch die interaktive Vernetzung der analogen Produktion mit der digitalen Welt wird als „Industrie 4.0“ bezeichnet. Der große Vorteil dieser Art von Produktion ist, dass sie passgenaue, individuelle Lösungen ermöglicht. Dahinter steht das Konzept des personalisierten Produktes: Kunden wünschen sich immer individuellere, auf ihre Wünsche zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen. Besondere Kundenwünsche können durch die Vernetzung von Menschen, Maschinen und Werkstücken und den steigenden Gewinn an Informationen durch die Sammlung großer Datenmengen stärker berücksichtigt werden; eine stärkere Individualisierung der Produktion wird ermöglicht. Damit verabschiedet sich die Industrie 4.0 als digitale Produktionsform der Zukunft von der herkömmlichen Massenproduktion des Industriezeitalters.

Mittelstand 4.0: Nachholbedarf bei deutschen Unternehmen

Diese Entwicklungen scheinen derzeit für viele Unternehmen jedoch noch Zukunftsmusik zu sein. Bisher zögern viele Mittelständler noch, auf der Welle der Digitalisierung mitzusurfen. Da bei einer verzögerten oder gar verschleppten Umsetzung der Digitalisierung Deutschland mehr „neue“ Güter im Ausland nachfragen muss und weniger exportieren kann, schreitet hierzulande nun die Politik ein. „Gerade Mittelstand und Handwerk haben Unterstützungsbedarf bei der Umsetzung digitaler Produktions- und Arbeitsprozesse“, sagt Wirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel. Ein erster Schritt ist der Aufbau der sogenannten „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren“. Hier soll praxisrelevantes Wissen zur Anwendung von digitalen Technologien und Industrie 4.0 im Mittelstand aufbereitet und gebündelt werden. Es soll ein Wissenstransfer von der Forschung in die mittelständische Wirtschaft stattfinden. Eines dieser fünf Zentren ist die Mittelstand 4.0-Agentur „Cloud. Unter Leitung des Fraunhofer Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation (Stuttgart) unterstützt die Agentur mittelständische Unternehmen bei Fragen des Einsatzes und der Verbreitung von Cloud-Computing-Technologie.

Innovativ werden, statt Trends hinterherzulaufen!

Bisher kommen die treibenden Kräfte für die vernetzte Wirtschaft noch aus den USA. Es sind die großen Firmen wie Amazon, Facebook oder Google, die unseren Alltag mehr und mehr bestimmen. Und es sind dynamische netzwerkgetriebene Unternehmen wie Uber und Airbnb, die Vorreiter in der Entwicklung der Dienstleistungsbranche sind. Es bleibt abzuwarten, ob der deutsche Mittelstand es schafft, hier selbst innovativ zu werden und die Digitalisierung voranzutreiben – oder ob hierzulande lediglich den Trends aus dem Silicon Valley hinterhergehechelt wird.
Stefan Maron

Stefan Maron

Stefan Maron ist Leiter der Abteilung Marketing bei der Scopevisio. Sein Schwerpunkt liegt in den Bereichen der Digitaliserung und Marketing Automation.

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