Rückblick auf den 7. Cloud Unternehmertag

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28. Januar 2019 673 Aufrufe

Der 7. Cloud Unternehmertag stand unter dem Motto „Produktivitätssteigerung durch Automation.“ Was durch Automation in der Industrie erreicht wurde, steht nun für den Dienstleistungssektor an. Viele manuelle Handgriffe, wie sie Buchhalter, Steuerberater, Anwälte, Hotelbetreiber, Controller, Sachbearbeiter, Abteilungsleiter, Kundenbetreuer, Vertriebler, Marketeers, aber auch Geschäftsführer und viele Berufsgruppen unterschiedlicher Branchen täglich hundertfach am PC, Tablet oder Smartphone ausführen, werden künftig teilweise oder ganz von künstlich-intelligenter Software übernommen. Wie das technisch funktioniert, aber auch welche organisatorischen und menschlichen Faktoren dabei eine wichtige Rolle spielen, diskutierten Experten und Teilnehmer auf dem Cloud Unternehmertag am 16. Januar 2019 in Bonn. Bilder und einen Kurzfilm zur Veranstaltung finden sich hier.

Das Interesse an dem Digital-Event, das mittlerweile zu den größten in NRW zählt und zu dem Scopevisio zum siebten Mal geladen hatte, war enorm: Mehr als 800 Teilnehmer nutzten die Veranstaltung, um sich intensiv mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen und beim Networking auszutauschen. Der fast einstimmige Tenor von Experten und Teilnehmern: Automatisierung und künstliche Intelligenz werden kommen und wer nicht jetzt anfängt, sich mit den Themen zu beschäftigen, wird es in Zukunft schwer haben.

Gäste des Cloud Unternehmertages im Kameha Dome
Der Kameha Dome bot Raum zum Networking. Foto: S. Hecht

Zukunft heißt Veränderung

Wie schwierig es jedoch ist, mit Veränderungen umzugehen, zeigte Eröffnungsredner Dr. Alex von Frankenberg in seiner Keynote an einem einfachen Selbstversuch. Er forderte die Teilnehmer auf, ihren Ehering oder einen anderen Ring, den sie gewohnheitsmäßig immer an derselben Hand tragen, doch einmal an die andere Hand zu stecken. Bereits nach kurzer Zeit hatten die ersten Teilnehmer diese Veränderung wieder rückgängig gemacht – ganz unbewusst und ohne es zu merken. Das Beispiel zeigt: Wir Menschen tun uns mit Veränderungen schwer und sind meist das größte Hindernis bei Innovationen. Und mit denen kennt sich Frankenberg bestens aus: Als Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds muss er bewerten, welche Innovationen erfolgversprechend sind und welche nicht. Und das tat er eindrücklich an den Beispielen Cloud, Künstliche Intelligenz und Blockchain. Seine Message: Neugierig bleiben und offen sein für Veränderungen, denn man weiß nie, was kommt.

Dr. Alex von Frankenberg beim Cloud Unternehmertag
Dr. Alex von Frankenberg startet ein kleines Publikums-Experiment zur menschlichen Veränderungswilligkeit. Foto: S. Hecht

Assisted Work – Gemeinsam effizienter

Eine ganz konkretes Anwendungsszenario von künstlicher Intelligenz stellten Dr. Jörg Haas und Michael Rosbach von Scopevisio vor: Am Beispiel des neuen Scopevisio Rechnungseingangsbuches erläuterten sie die Assisted-Work-Strategie von Scopevisio und zeigten, wie sich der aus vielen manuellen Schritten bestehende Prozess einer einfachen Rechnungseingangsverarbeitung mit unterschiedlichen KI-Verfahren zu weiten Teilen automatisieren lässt. Die Idee: „Take the robot out oft he human“ – gemeint ist, den Menschen von roboterhaften Routine-Tätigkeiten zu befreien. Der Kollege Roboter soll dafür sorgen, dass ROI und Profitabilität steigen, aber dass auch Kreativität bei den Mitarbeitern freigesetzt und ihre Zufriedenheit erhöht wird. Gleiches gilt für die Kundenzufriedenheit. Wie KI-Verfahren – etwa künstliche neuronale Netze – dabei genau funktionieren, erläuterte der KI-Experte Dr. Ulrich Erxleben, Geschäftsführer der SMACC GmbH. Martin Jung, Geschäftsführer der Invite Group, bestätigte den Nutzen von Automatisierung mit einem anschaulichen Praxisbericht aus seinem eigenen Hause, das 15 Unternehmen aus der Hotellerie erfolgreich und zentral managt. Die Message der Experten: Assited Work – keine Angst vor dem Kollegen Roboter, sondern gemeinsam schneller und besser zum Ziel.

Michael Rosbach und Jörg Haas
Michael Rosbach (links) und Dr. Jörg Haas (rechts) erklären, wie sich „Produktivitätssteigerung durch Automation“ erzielen lässt. Foto: S. Hecht

ScopeEconomy – die virtuelle Wirtschaftsgemeinschaft

Darüber hinaus gab Matthias Foempe von Scopevisio einen Ausblick auf die ScopeEconomy, eine virtuelle Wirtschaftsgemeinschaft, deren Teilnahme kleinen und mittelständischen Firmen erhebliche Vorteile bringen soll. Am Beispiel einer Kooperation mit Concardis zeigte er auf, wie Scopevisio-Kunden als Teilnehmer der ScopeEconomy künftig von günstigen Konditionen bei ihren Kreditkartenabrechnungen profitieren können. Darüber hinaus kündigte er an, den Online-Shop von Concardis in die Scopevisio Plattform zu integrieren – für einen durchgängigen Bestell- und Bezahlprozess vom Kunden bis in die Buchhaltung.

Hidden Champions – Eine deutsche Erfolgsgeschichte

Mit den Hidden Champions, der deutschen Erfolgsgeschichte, beschäftigte sich Prof. Dr.

Hermann Simon in seinem Vortrag. Simon ist Gründer und Honorary Chairman der erfolgreichen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners und der einzige Deutsche in der Thinkers50-Rangliste der einflussreichsten Managementdenker der Welt. In einer eindrucksvollen Keynote zeigte er auf, wie die Hidden Champions dafür sorgen, dass Deutschland den mit Abstand höchsten Pro-Kopf-Export verzeichnet. Er ließ alle am Erfolgsrezept teilnehmen: Höchst ambitioniert sein und dabei äußerst fokussiert und global agieren. Und dabei immer auf Innovation, Digitalisierung, Kundennähe und Top-Mitarbeiter setzen.

Prof. Dr. Hemann Simon
Dr. Hermann Simon über „Hidden Champions digital“. Foto: S. Hecht

Podiumsdiskussion: Mensch im Zentrum

Lebhaft und kontrovers diskutiert wurde auf der Podiumsdiskussion, die Heinrich Vaske, Chefredakteur von Computerwoche und CIO, moderierte. Neben Dr. Jörg Haas, Dr. Ulrich Erxleben und Prof. Dr. Simon stand auch Prof. Dr. Stefan Wrobl, Leiter des Fraunhofer IAIS, auf dem Podium. Nach technischen Aspekten wie der Architektur der Zukunft und dem Nutzen von Künstlicher Intelligenz ging es vor allem um die praktische Umsetzung und die Frage: Wie können Unternehmen die Mitarbeiter bei der Digitalisierung und Automatisierung mitnehmen? Wie lassen sich Widerstände auflösen? Auch wenn diese Fragen aus Zeitmangel weitestgehend unbeantwortet blieben, so stand eines am Ende jedoch fest: Neben all den technischen Aspekten der Digitalisierung muss vor allem der Mitarbeiter die Digitalisierung tragen und vorantreiben wollen. Dies zu schaffen, ist eine der größten Management-Aufgaben im digitalen Change-Prozess.

 

Podiumsdiskussion beim Cloud Unternehmertag
Podiumsdiskussion zum Thema „Wird KI zum Game Changer?“. Foto: S. Hecht

Smart City Bonn – Stadt der Zukunft mit Vision

Was Digitalisierung für die Stadt Bonn bedeutet, stellte Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn, in seiner spannenden Keynote vor: Bonn soll führende Smart City in NRW werden. Der Fokus liegt dabei auf Themen wie Mobilität, Bildung, Digitale Verwaltung. Die Liste der Pilotprojekte ist lang und reicht vom Smart Lighting über Smart Parking bis hin zu Digitalen Dienstleistungen der Verwaltung, etwa ein Online-Verfahren für Baugenehmigungen. Dazu setzt Bonn auf starke Partnerschaften. Sridharans Message: Zusammen mit unseren Partnern realisieren wir unsere Vision und sichern die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.

Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan
So wird Bonn zur „Smart City“: Oberbürgermeister Ashok Sridharan. Foto: S. Hecht

 Die Zukunft der Hotellerie ist digitale Vernetzung

Auf eine spannende Zeitreise durch die Hotel- und IT-Geschichte der Dorint Hotelgruppe nahm Dirk Iserlohe, CEO der Honestis AG und Mitglied des Aufsichtsrats der Dorint GmbH, die Teilnehmer mit. Anschaulich und praxisnah erläuterte er dabei die neue Digitalisierungsoffensive der Dorint GmbH. Das Ziel: Durch eine digitale Plattform in der Cloud Prozesse zusammenführen, verschlanken und automatisieren. Auslastung und Personal lassen sich damit optimal in Echtzeit steuern. Seine Message: Digitalisierung trägt maßgeblich dazu bei, sich optimal auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können. In seinem Fall: ein perfekter Gastgeber zu sein.

Dirk Iserlohe (Honestis AG)
Dirk Iserlohe berichtet über den digtialen Masterplan der Dorint-Hotels. Foto: S. Hecht

Payment – wie zahlen wir in der Zukunft?

Um das Bezahlen in der Zukunft ging es in der Keynote von Dr. Peter Walz, Chief Sales Officer der Concardis Payment Group. Er zeigte auf, wie kompliziert der Bezahlprozess mit Bargeld im Vergleich zu modernen digitalen Methoden wie Kartenzahlungen, Mobile Payment oder Bezahlen über die Blockchain ist. Neben Effizienzaspekten geht es vor allem um eine optimale Customer Journey, die er an anschaulichen Beispielen aus dem Alltag erläuterte, wobei er auch einen Ausblick auf die Zukunft wagte. Seine Message: Digitales Payment macht das Leben einfacher und Geschäfte erfolgreicher. Da hat Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten allerdings noch ziemlich viel zu tun.

Dr. Peter Walz
Dr. Peter Walz spricht über Innovationen, die uns in Sachen Payment erwarten. Foto: S. Hecht

Voll besuchte Breakoutsessions zu Branchen- und Anwendungsthemen

In zahlreichen voll besuchten Breakout-Sessions wurden weitere Top-Themen mit einem spezifischen Branchen- oder Anwendungsfokus diskutiert. So gaben Josef Esser und Marko Schmitz, beides Geschäftsführer der Filosof Software GmbH, einen spannenden Einblick in die Branche der Hotellerie und Gastronomie und zeigten auf, wie sich durch revolutionär automatisierte Abläufe der Gewinn steigern lässt. Um ein modernes und Interaktives Berichtswesen in der Hotellerie ging es dann im Vortrag von Artur König, Scopevisio AG, und Martin Jung der Invite Group GmbH.

Christian Solmecke
Christian Soldecke stellt die Cloud-Kanzleisoftware Legalvisio vor. Foto: S. Hecht

Die Integration von Personalanwendungen in Scopevisio beschäftigte Christof Kurz, Geschäftsbereichsleiter eurodata AG und Dr. Nicolai Kranz, Geschäftsführender Gesellschafter der GigWork GmbH. Dr. Kranz mischt geht mit seiner Online-Jobvermittlungsplattform GigWork neue Wege in Sachen Zeitarbeit. Das war auch das Thema einer weiteren Breakout-Session, in der Dr. Nicolai Kranz und Medienanwalt Christian Solmecke diskutierten, wie zwei Unternehmen aus dem Scopevisio-Umfeld ganze Branchen aufmischen. Christian Solmecke forciert mit LegalVisio den disruptiven Wandel in der Anwaltsbranche. In einer separaten Session erläuterte er, wie er sein enormes Mandantenwachstum durch die Automatisierung von Anwaltsprozessen gut meistern konnte und was die Cloud Software Legalvisio für die Zukunft der Arbeit in Anwaltskanzleien bedeutet.

Darüber hinaus gab es Breakouts zu Neuerungen bei Scopevisio: Das neue Scopevisio Rechnungseingangsbuch en Detail präsentierte Nico Berhausen von der Scopevisio AG. Bianca Stattrop aus dem Professional Service von Scopevisio und Katrin Staudinger der Q.One Technologies zeigten in ihrem Praxisbericht, wie eine ERP-Einführung clever & smart gelingt und welche Rolle dabei die digitale Beratung mit Videotutorials und einem digitalen Trainer spielt. Und nicht zuletzt wurde ein Ein- und Ausblick auf die neue Warenwirtschaft für Scopevisio gegeben.

Zum Ausklang des spannenden Tages nutzten viele Teilnehmer noch die Möglichkeit zum Networking im Kameha Dome.

Networking im Kameha Dome
Networking im Kameha Dome. Foto: S. Hecht

Merken Sie sich jetzt schon das Datum für den nächsten Cloud Unternehmertag vor! Dieser findet am Mittwoch, dem 15. Januar 2020 statt.

 

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