Digitalisierung in der Medienbranche

Digitalisierung in der Medienbranche

Stefan Maron 22. Februar 2017 4280 Aufrufe
Die Digitalisierung ist eine große Herausforderung für die Medienbranche: Informationen lassen sich heute überall auf der Welt online bereitstellen und abrufen. Journalisten verlieren ihren Status als Experten, die einen Vorsprung an Information, Wissen und Fakten haben und näher am Diskurs dran sind. Bestanden die Medien bisher hauptsächlich aus Zeitung, Radio und Fernsehen, sind durch das Internet und dessen Entwicklung zum Web 2.0 verschiedene Plattformen hinzugekommen, über die sich von überall her „Experten“ – oder solche, die es zu sein glauben – einmischen können. Digitale Medien schaffen neue Möglichkeiten: Über Blogs und soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook können sich die einstmals passiven Leser nun aktiv beteiligen. Wissen wird immer mehr auch in partizipativen Workshops, Events und Konferenzen geteilt, in denen auf Augenhöhe diskutiert wird. Die Rolle des Einladenden wandelt sich dabei von der des Aufklärers zu der des unwissenden Lehrmeisters, der im Gespräch selbst immer wieder dazulernt. Es bilden sich alternative Gegenöffentlichkeiten (die Politikwissenschaftlerin Nancy Fraser nennt sie „subaltern counterpublics“), die fernab der Mainstream-Öffentlichkeit am Streit der Positionen partizipieren wollen. Durch die Pluralität von Öffentlichkeiten kommt es zu einer Dynamisierung des öffentlichen Raumes: Bisher vom herrschenden Diskurs vernachlässigte Themen und Thesen werden in den öffentlichen Diskurs eingebracht. Daraus ergibt sich ein Zwang zum Argument, zur verständlichen Darstellung der eigenen Position und zur Rechtfertigung der Annahme ihrer Richtigkeit. Die vielen Öffentlichkeiten liegen somit in einem steten Wettstreit um Wirkungsmacht und haben sich zur Rechtfertigung ihrer Legitimität dem Urteil Anderer zu öffnen. Vor diesem Hintergrund ändert sich auch die Rolle der Medien. Wichtige gesellschaftspolitische Fragestellungen werden nicht nur monologartig in der gedruckten Zeitung beantwortet, sondern die im Netz geäußerte Meinung öffnet sich dem Dialog. Hier stellt sich die Frage der Vermittlung: Wie können einzelne Stimmen im bunten Stimmengewirr der Öffentlichkeiten und Gegenöffentlichkeiten überhaupt noch gehört werden? Entsteht nicht irgendwann eine Art weißes Rauschen, das die Leser und die Zuhörenden mehr paralysiert als informiert? Ist es die Rolle des Journalisten, hier zu vermitteln? Oder die von öffentlichen Intellektuellen? Wie kann der neue, bunte und vielfältige Chor der Stimmen orchestriert werden? Was sind die Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Medienbranche? Wie ist es zu bewerten, dass sich auch Unternehmen immer mehr in gesellschaftspolitische Diskurse einmischen (etwa durch Corporate Blogs und Content Marketing)? Diskutieren Sie diese und andere Fragen mit uns beim ersten Digitalisierungs-Treff! Wann? 30.03.2017, 18-22 Uhr Wo? Digital Hub Bonn (Coworking Space Bonn, Rheinwerkallee 6, 53227 Bonn) Mit wem? Auf dem Podium diskutieren Gunnar Sohn, Björn Müller-Bohlen, Sylvia Binner, Sabria David und Inga Ketels Guido Bosbach moderiert die Veranstaltung. Anmeldung bitte über Meetup. #DigiTreff Ablauf: 18:00h: Ankommen und Kennenlernen bei Freibier Begrüßung durch Guido Bosbach und Inga Ketels Vorstellungsrunde: Teilnehmer stellen sich vor (Beruf, Bezug zu Digitalisierung, Hashtags) Podiumsdiskussion im Fishbowl-Format: 5 Leute auf dem Podium, ein sechster Stuhl ist frei Ca. 20:30h: World-Café“ in abgeschlankter Variante: 5 Stehtische mit den Podiumsteilnehmern, ihre zentrale These kann dort weiter diskutiert werden
Stefan Maron

Stefan Maron

Stefan Maron ist Leiter der Abteilung Marketing bei der Scopevisio. Sein Schwerpunkt liegt in den Bereichen der Digitaliserung und Marketing Automation.

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