Gründerszene treibt Digital Transformation

Digital Transformation als Publikumsmagnet

Digital Transformation entpuppt sich an diesem schönen Sommertag als wahres Publikumsmagnet: Geschätzte 1.100 Besucher interessierten sich am 3. Juli 2017 für den ersten „Summer Slam“ des Digital Hub Bonn am Rheinufer. Viele kennen den Begriff „Slam“ aus dem Literatur- oder Wissenschaftsbereich. Er bezeichnet einen Wettbewerb der Kurzvorträge. Und so bestieg beim Summer Slam auch ein Dutzend Jungunternehmer die Bühne, um ihre digitalen Geschäftsmodelle in drei Minuten kurzen Pitches der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dem Gewinner winkte ein Startguthaben von bis zu 100.000 Euro für Rechen- und Speicherkapazität in der Telekom Cloud. Die Telekom hat eigens für Cloud-basierte Startups das TechBoost-Programm aufgelegt, um die jungen Unternehmen nach vorne zu bringen.

KI-Plattform als Sieger gekürt

Als Sieger ging die Firma Connectlounge aus dem Slam hervor. Das Unternehmen von René Schilske und Gary Hilgemann entwickelt maßgeschneiderte KI-Lösungen für Unternehmen und stellen diese inklusive Hardware und entsprechend trainiertem Personal bereit. Das Produkt der Lünener Firma heißt Raypack und arbeitet mit künstlich intelligenten neuronalen Netzen und verschiedenen Trainingsmodellen und Kompressionstypen. Auf diese Weise kann Connectlounge je nach Bedarf Erkennungstechnologien für Bilder, Videos, Objekte und Bewegungen nach den Anforderungen der Kunden bereitstellen. Schon auf der diesjährigen CeBIT galt Künstliche Intelligenz als eine der stärksten Triebkräfte der digitalen Transformation. Doch es gab auch Startups aus ganz anderen Bereichen. Datensicherheit, Food-Sharing, Neues Arbeiten, Kundenbindung durch soziales Engagement, Schulungskonzepte und chemiefreie Unkraut-Vernichtung – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

Silicon Valley am Rhein

Digitalisierung sei das „Mega-Zukunftsthema“ für Unternehmen und Private, so Dr. Hubertus Hille von der IHK Bonn im Interview. Oberbürgermeister Ashok Sridharan sieht einen digitalen Aufbruch in Bonn, Unternehmer und Förderer Jörg Haas gar ein „Silicon Valley am Rhein,“ denn, so Haas, „Gründen war nie leichter als jetzt,“ und Bonn verfüge über exzellente Hochschulen und Unternehmen, die sich als Förderer für Digital Transformation einsetzen können. Und Markus Zink, Chef des Bonn Hub, betont, wie der Hub gründungswilligen Jungunternehmern mit Rat und Tat unter die Arme greift. Digital Transformation – Folgen für Firmen Auf welche Wirkungen der digitalen Transformation können oder sollten wir uns nun einstellen? Für Unternehmen wird sich die digitale Aktivität immer mehr in die Cloud verlagern. Von der Kundenansprache bis zur Finanzbuchhaltung, vom Datenaustausch bis zum Support wird ohne Cloud Computing bald nichts mehr gehen. Sogar Sicherheitslösungen werden über die Cloud bereitgestellt. Immer mehr Unternehmen erkennen die Chancen der Digitalisierung und bilden ihre Geschäftsprozesse in entsprechender Software ab. In den Software-Lösungen sind häufig bereits ab Werk Best Practices und bewährte Prozesse verankert – ebenso wie die Compliance-Anforderungen der Behörden. Sind die Prozesse erst digitalisiert, folgt ihre Automatisierung als logischer nächster Schritt. Gleichzeitig führt Digital Transformation zu einer beispiellosen Schnelligkeit und neuen Möglichkeiten der Datenanalyse mittels KI. Bald haben wir es mit Datenvolumen zu tun, die sich nur noch mit Künstlicher Intelligenz und Mitteln der Mustererkennung bewältigen lassen. Die gleichen Effekte begünstigen Plattformen der Sharing-Ökonomie. AirBnB macht Hotels Konkurrenz, Uber den Taxi-Unternehmen (wenn auch aus rechtlichen Gründen nicht in Deutschland). Plattformen für Food Sharing oder das Teilen von Kleidung, Wohnungen und vielem mehr schießen aus dem digitalen Boden. Viele Unternehmen könnten durch diesen Trend Markteinbußen erleiden.

Digital Transformation – Folgen für Werbetreibende

Keynote-Rednerin Xochilt Balzola-Widmann von Facebook brachte es auf den Punkt: Die Zukunft ist digital und mobil. Schon heute werden weit mehr Internetseiten über Smartphones als über PCs aufgerufen. Möchten Firmen von ihren Kunden wahrgenommen werden, sollten sie in sozialen Netzwerken aktiv sein. Zweitens ist Content mehr denn je der „King“. Um in der immensen Flut der Botschaften nicht unterzugehen, sollten Firmen eine markante Botschaft entwickeln. Eine Content-Strategie, die den Markenkern herausstellt, ist für Marketer Pflicht. Leere Worthülsen möchte niemand mehr hören. In die gleiche Kerbe schlug Christian Solmecke, Fachanwalt für Internet- und Medienrecht und Buchautor. Er verweist auf YouTube als bedeutendsten Werbekanal im Internet. YouTube ist kurz davor, Google als Top-Suchmaschine den Rang abzulaufen. Solmecke schildert, wie er über diesen Kanal bereits 8.000 Mandanten gewinnen konnte. Offenbar hat Digital Transformation massive Auswirkungen auf die Kommunikation mit Zielgruppen und Kunden – sowohl im B2B- als auch im B2C-Sektor.

Digital Transformation – Folgen für Private

Wer ungern vor die Tür geht, wird es schon bald nicht mehr müssen. Shoppen im Internet ist schon fast ein alter Hut, inzwischen kann man auch frische Lebensmittel dort bestellen und frei Haus liefern lassen. Behördengänge werden zunehmend über das Internet abgewickelt. Virtuelle Erlebnisse, wie z. B. ein Stadtrundgang in Paris, Kitesurfen oder eine Wohnungsbesichtigung werden mittels VR-Brillen vermittelt, als nehme man unmittelbar am Geschehen teil. Auch Schulunterricht kann auf diese Weise besucht werden. Die Sharing-Ökonomie macht viele Dinge, die früher Luxus waren, für Normalverbraucher erschwinglich – und viele Dinge, die früher erschwinglich waren, spottbillig. Gleichzeitig veröden die Innenstädte, denn viele Geschäfte werden diesen Trend nicht überleben. In der neuen virtuellen Arbeitswelt der digitalen Nomaden spielt es keine Rolle mehr, von wo aus man arbeitet. Statt ins Büro zu gehen (oder sich in den Stau zu stellen) können Mitarbeiter ihre Aufgaben in der Cloud erledigen. Die Arbeitstage werden kürzer, denn alle Standardprozesse werden automatisiert sein. Zeit genug, um mit dem Hund spazieren zu gehen, der jetzt, ebenso wie Herrchen, ein Fitness-Armband trägt. Damit man genau weiß, wie viele Kalorien er verbraucht hat und wie viele Schritte er gelaufen ist. Diese Daten werden direkt an die Krankenversicherung des Tieres gefunkt, die bei gesunder Lebensführung einen niedrigeren Beitrag abbucht. Sogar Bello entgeht nicht der digitalen Transformation.

Fazit

Beim Summer Slam am Bonner Bogen gaben sich rund 50 Startups ein Stelldichein. Die Veranstaltung des Digital Hub Bonn entpuppt sich als Publikumsmagnet. Viele spannende digitale Geschäftsmodelle wurden präsentiert. Sieger des Slams wurde ein Unternehmen, das Künstliche Intelligenz als Produkt maßgeschneidert für Firmen verfügbar macht. Diese Startups sind Treiber für Digital Transformation. Alle beteiligten Unternehmen sind Pioniere der digitalen Wirtschaft. Kundenkommunikation und Marketing wird sich mehr auf die sozialen Netzwerke verlagern. Die Sharing-Ökonomie wird klassischen, kommerziellen Anbietern Geschäftsanteile wegnehmen – man darf gespannt sein, wie diese sich auf den Wandel einstellen.
Autor:in dorothea heymann-reder
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