KI bewegt den Mittelstand. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mehrere Hundert Gäste waren am 5. Februar 2026 zum 13. Cloud Unternehmertag nach Bonn gekommen, um abseits des KI-Hypes mehr über praktische Anwendungsfälle zu erfahren.
Eine schnelle Umfrage im Publikum ergab: Über zwei Drittel der Teilnehmenden nutzt KI beruflichlich. Das entspricht aktuellen Studien und zeigt: KI ist innerhalb kürzester Zeit im Arbeitsalltag angekommen – was nicht verwunderlich ist, denn die Entwicklung von KI schreitet rasant voran.
KI ist historisch beispiellos
„Wir haben in der Vergangenheit viele technologische Entwicklungen gesehen, aber keine entfaltete sich in einem derart rasanten Tempo wie KI“, so Dr. Jörg Haas, CEO der Scopevisio AG, in seiner Keynote. ChatGPT hat zwei Monate nach seiner Veröffentlichung bereits die Marke von 100 Millionen monatlich aktiven Nutzern erreicht. Zum Vergleich: Instagram brauchte dafür zweieinhalb Jahre.
Ein Hauptgrund für den Erfolg: KI macht Wissen in Echtzeit verfügbar, verbreitert den Wissenstand des Einzelnen, übernimmt Routineaufgaben und steigert die Produktivität. Genau das ist heute der entscheidende Wettbewerbsfaktor und gleichzeitig der zentrale Grund, warum die Scopevisio eine unternehmensweite und tiefgreifende KI-Transformation angestoßen hat, über die Dr. Jörg Haas in seiner Keynote berichtete.
„KI wird die Welt verändern. KI wird natürlicher Bestandteil unseres Lebens werden.“
Dr. Jörg Haas, Gründer und CEO Scopevisio AG
Die KI-Reise der Scopevisio
Die Scopevisio verfolgt dabei einen doppelten Ansatz: Die KI-Transformation betrifft sowohl das Unternehmen als auch seine Produkte. So nutzen wir KI immer intensiver in unseren Prozessen und statten gleichzeitig unsere Software damit aus.
Im Frühjahr 2025 fiel der Startschuss für die KI-Transformation der Scopevisio. Nach einer Experimentier- und Lernphase arbeiten inzwischen alle Teams mit KI-Tools.
Dr. Jörg Haas ist überzeugt: „Ende 2026 werden wir ein völlig anderes Unternehmen sein.“ Jobs fallen dabei nicht weg. „Wir wollen den Menschen nicht an die Seite drängen, sondern in den Vordergrund stellen.“ KI ersetze keine Menschen, sondern sie vergrößere den Raum für das was, Menschen leisten können, so Haas.
Die Investitionen in das Programm AI-gnite seien nicht unerheblich. Aber die Rechnung sei klar: „Heute investieren, morgen profitieren.“ Sein Appell an das Publikum: „Nicht abwarten. Lieber unperfekt starten.“
Erstes „AI-driven“ ERP geplant
Auch die Cloud-ERP-Lösung von Scopevisio wird intelligenter. Mit Technologien wie RAG (Retrieval Augmented Generation) und KI-Agenten soll sich die Software zu einem adaptiven System entwickeln. „Das ERP bekommt ein Gedächtnis und Verständnis“, erklärt Haas seine Vision. „Die Software versteht, wie Ihr Betrieb tickt.“
Voraussetzung dafür ist ein integriertes System mit zentraler Datenhaltung – genau das liefert Scopevisio schon jetzt. Denn die KI wird aus Unternehmensdaten lernen und diese für ihre Antworten nutzen. Fragmentierte Insellösungen sind dafür nicht geeignet. Eine hohe Datenqualität in einem integrierten System ist die beste Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz von KI.
Vom KI‑Hype zum Handwerkszeug
Dr. Sebastian Klapdor, Portfolio Chief AI Officer bei Hg Capital, räumte in seiner Keynote mit dem KI-Buzzword auf: KI liefert schon heute messbaren Return on Investment. Seine Praxisbeispiele zeigten konkrete Erfolge. Personalisierte Marketing-Mails steigern den Umsatz um 5 Prozent, KI-gestützte Softwareentwicklung verdoppelt die Produktivität, automatisierter Kundenservice löst 25 Prozent der Anfragen eigenständig. Entscheidend für den Erfolg: Technologie, Organisation und eine experimentierfreudige Kultur.
„Aus meiner zwanzigjährigen Erfahrung heraus kann ich sagen: Nicht die Technologie ist das Problem. Das Schwierigste ist, den Change bei den Menschen hinzubekommen. Den Systemen zu vertrauen, anders zu arbeiten, sich auf was Neues einzulassen.“
Dr. Sebastian Klapdor, CAIO Hg
Sein Vier-Schritte-Plan: Ein Problemfeld mit hohem Zeitaufwand identifizieren, im kleinen Team das KI-Projekt fokussiert umsetzen, Nutzen anhand klarer Kennzahlen messen – und wieder von vorne beginnen. Wichtig sei es dabei, es Prozesse neu zu denken statt beim Tool anzusetzen. Sein Appell: „Sie müssen sich jetzt mit KI beschäftigen, sonst werden Sie abgehängt. Ihr Mitbewerber wird es tun.“
Erfahrungsaustausch an Produkt- und Branchenständen im Kameha Dome
Am Nachmittag verwandelte sich die Ausstellungsfläche in einen Ort für Austausch und Networking. An den Branchenständen demonstrierten Scopevisio-Mitarbeitende gemeinsam mit Kunden Automatisierungspotenziale für Hotels, Kliniken oder Beratungsfirmen. An den Produktständen wurden Anwendungsfälle aus der Praxis gezeigt, Kurzvorträge gehalten und Beratung geboten. Zwischen den Präsentationen entwickelten sich intensive Gespräche auch unter den Teilnehmenden.
KI konkret
Parallel zum Geschehen im Kameha Dome wurden im Universal konkrete Beispiele für die KI-Transformation der Scopevisio vorgestellt – sozusagen die Praxis zur Theorie am Vormittag. Angefangen bei hyperpersonalisierten Mails bis hin zur automatisierten Content-Produktion für Social Media mit Hilfe von KI wurde ein breites Spektrum an Themen geboten. Dazu liefen im Saal zwei Sessions mit jeweils drei 15-Minuten-Impulsen parallel. Das Personenführungssystem machte die Gäste flexibel: Sie konnten ihrem Favoriten zuhören oder spontan zwischen den Vorträgen wechseln.
Vielen Dank an alle Teilnehmenden!
Volles Haus, zufriedene Gäste – wir freuen uns sehr, dass der Cloud Unternehmertag wieder so erfolgreich war. Unser Dank gilt all den Menschen, die da waren und diesen Tag wieder zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht haben. Merken Sie sich schon jetzt den Termin im kommenden Jahr vor:
Der 14. Cloud Unternehmertag findet am 11. Februar 2027 statt. Die kostenfreie Anmeldung ist heute schon möglich!

