Nahtloses ERP aus vielen Komponenten

Unternehmer Heinrich Schmidt ist verwundert. Er hat verstanden, dass nur Cloud-Anwendungen skalierbar, flexibel und aktuell genug sind, um die Digitalisierung im Unternehmen zu unterstützen. Also hat er seine Abteilungsleiter angewiesen, auf Cloud-Software umzusteigen. Schließlich sind diese die Experten in ihrem Funktionsbereich und können am besten entscheiden, welche Lösung zu ihnen passt.

Die Abteilungsleiter gingen ans Werk. Marketing und Vertrieb suchten sich ein Cloud CRM aus. Einkauf und Disposition einigten sich auf ein Warenwirtschaftssystem. Ein hervorragendes Projektmanagementsystem wurde ausgesucht und eine Finanzbuchhaltungssoftware, auch diese aus der Cloud.

Doch nachdem die Systeme eingeführt waren, kam das böse Erwachen: Die Einzellösungen der unterschiedlichen Hersteller kommunizierten nicht miteinander.

„Ich dachte, wenn ich in die Cloud gehe, habe ich ein nahtloses ERP und die digitale Transformation meines Unternehmens wird ein Selbstläufer,“ wundert sich Schmidt. „Aber die Abteilungsgrenzen sind immer noch da!“

Nahtloses ERP und Cloud sind zwei verschiedene Dinge

Es ist richtig, dass Cloud-Anwendungen viele Aspekte der Digitalisierung von Unternehmen unterstützen: Sie sind standortunabhängig, skalierbar, flexibel, immer up-to-date, ausfallsicher und werden professionell administriert. Sie ersparen IT-Investitionen und das Vorhalten von eigenen Ressourcen.

Aber sie sind nicht zwangsläufig vernetzt. Herr Schmidt machte den Fehler, zu denken, dass er nur „in die Cloud“ gehen muss, um eine vernetzte IT zu haben. Doch allein die Tatsache, dass Cloud-Anwendungen im Internet laufen, bedeutet noch längst nicht, dass sie sich auch integrieren können.

Interoperabilität fördert digitale Transformation

Die digitale Transformation kann indessen nur gelingen, wenn die Abteilungsgrenzen und Informations-Silos im Unternehmen fallen. Denn Prozesse kümmern sich nicht um Abteilungsgrenzen. Sie laufen durch das gesamte Unternehmen.

Um ein nahtloses ERP mit einer einheitlichen Datenbasis zu etablieren, das Prozesse übergreifend abbilden kann, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Entweder Sie finden eine integrierte Business-Software in der Cloud, die alle Ihre Bedürfnisse abdeckt. Scopevisio bietet eine solche integrierte Lösung aus einer Hand.
  • Oder Sie finden verschiedene Systeme von verschiedenen Anbietern, die jedoch – anders als im obigen Beispiel – perfekt zusammenarbeiten. Diese Fähigkeit der Zusammenarbeit nennt man Interoperabilität.

Damit die Interoperabilität gewährleistet ist, sollten die einzelnen Software-Komponenten ein gemeinsames Ökosystem bilden. Sie sollten nicht nur über Schnittstellen mehr schlecht als recht Daten austauschen, sondern so miteinander verknüpft sein, als handele es sich um ein einziges, durchgängiges System.

Drei Stufen zum perfekt integrierten, nahtlosen ERP-System

Das perfekt integrierte System können Sie sich als dreistufige Pyramide vorstellen:

Unten liegt die Basis, das Fundament, die Must-haves. Dazu gehören Finanzbuchhaltung, Abrechnung, ein integriertes Dokumentenmanagementsystem, das nicht nur hochgeladene Dokumente, sondern auch systemgenerierte Belege am richtigen Ort archiviert und mit den richtigen Vorgängen verknüpft. Man nennt dies ein Enterprise Content Management System (ECM).

In diesem Fundament Ihres vernetzten Unternehmens laufen alle Informationen strukturiert und vernetzt zusammen. Aus dieser reichen Quelle können Sie schöpfen, wenn Sie unternehmensweite Analysen, Reports und Auswertungen benötigen, um Ihre Strategie zukunftsfähig zu machen.

Die zweite Stufe umfasst die „Should-haves“ Ihres Business-Ökosystems. Dazu gehört beispielsweise die Integration von Office-Anwendungen. Microsoft Office und Outlook sind in 99 Prozent aller Büros fest etabliert. Die Fähigkeit, Inhalte aus Office und Outlook in Ihr ERP-System hinein- und herauszubekommen, macht vieles im Büroalltag leichter – und Ihre Datenbasis reicher. Allerdings können auf dieser zweiten Stufe auch andere Anwendungen angebunden werden, wie zum Beispiel Warenwirtschaft oder Lohn- und Gehaltsbuchhaltung.

Auf der dritten Stufe Ihrer ERP-Pyramide sind die „Nice-to-haves“ angesiedelt: Branchenlösungen zum Beispiel, oder spezialisierte Anwendungen, die Sie mit Ihrem ERP verknüpfen.

Einheitliches Ökosystem bietet Transparenz und Sicherheit

Was ist der Vorteil eines Ökosystems wie dem von Scopevisio gegenüber einer selbst zusammengestellten Lösung?

Erstens ist ein Ökosystem eine Umgebung, die Interoperabilität gewährleistet. Scopevisio hat sich beispielsweise Partner gesucht, deren Systeme exzellent mit dem Enterprise Business System harmonieren. Dazu gehören unter anderem, aber nicht ausschließlich, eine Warenwirtschaftslösung von Weclapp, Lohn- und Gehaltssoftware von eurodata, selbstverständlich Microsoft Office 365, aber auch Microsoft Teams für die Projektkommunikation, und Power BI für die Datenvisualisierung. Zur Verfügung stehen außerdem das Chat-Tool Slack und Legalvisio als Branchenlösung für Rechtsanwaltskanzleien. CleverReach für Kampagnen kann ebenso angebunden werden wie DATEV für die Buchhaltung.

Ein nahtloses ERP wird über eine einheitliche Schnittstelle (API) integriert. Diese Schnittstelle, die sich bei Scopevisio OpenScope nennt, garantiert eine strukturierte Datenübernahme aus den anderen Software-Lösungen. Zum Beispiel müssen Berechtigungen, die im Weclapp-Warenwirtschaftssystem angelegt wurden, in Scopevisio nicht erneut eingerichtet werden.

Außerdem ist die OpenScope-API maximal gegen Hacker-Angriffe gesichert und wird streng überwacht. Da jede Schnittstelle ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellt, ist es besser, eine einzige, sichere API zu haben als ein Dutzend unsichere.

A Propos Sicherheit: Bei den ausgewählten Partnern ist nicht nur die Interoperabilität gewährleistet, sondern auch die Sicherheit. Natürlich werden die Fremdsysteme zuallererst auf Compliance und Datenschutz-Aspekte hin durchleuchtet. Nur wer dem deutschen und europäischen Datenschutzrecht (DSGVO) genügt, wird akzeptiert.

Vorteile für Unternehmen

Unternehmen, die sich für eine solche Digitalisierungslösung entscheiden, haben eine Reihe von Vorteilen.

Da die IT meistens über Jahre hinweg gewachsen ist, ziehen viele es vor, die Systeme nach und nach zu aktualisieren. Mit der modularen Lösung, wie sie oben skizziert wird, kann der Change schrittweise und behutsam stattfinden, auf eine Weise, die das Unternehmen und seine Mitarbeiter nicht überfordert.

Ein Unternehmen wie Scopevisio – es gibt noch einige wenige andere, wie SAP oder Oracle, die ähnlich vorgehen – ist ein kompetenter Partner. Die Digitalisierungsberatung ist ein wesentlicher Bestandteil der Lösung. Ein Software-Hersteller kann Ihnen und Ihrem Unternehmen die Arbeit abnehmen, geeignete Software-Lösungen für Ihre individuellen Anforderungen auszuwählen. Gemeinsam mit den Experten können Sie aus einem Pool von Lösungen diejenigen auswählen, die Ihre Prozesse am besten unterstützen.

Das Ergebnis ist eine unternehmensweite, durchgängige, prozessorientierte ERP-Lösung, deren Komponenten nahtlos ineinandergreifen wie Zahräder in einem gut geölten Getriebe. Der Geschäftsführer kann morgens auf seinem Smartphone seine KPIs checken. Er kann nachsehen, wie viele Angebote draußen sind, welchen Umsatz er nächsten Monat machen wird und welche Zahlungen anstehen. Diese und viele andere Informationen quer durch das Unternehmen stehen ihm jetzt transparent und in Echtzeit zur Verfügung.

 

 

 

IT-Trends – Cloud Computing wichtigste Enabling-Technologie

In einem viel beachteten Paper, IDG IT-Trends, nennen die Experten von A.T. Kearney, Bain, Crisp, Forrester, Gartner, IDC, ISG, PAC und Roland Berger jeweils ihre „Top Ten“ der technologischen Zukunftstrends für 2018.

In den meisten Prognosen sind Künstliche Intelligenz und Analytics, Robotic Process Automation (RPA), IoT und Plattform-Entwicklung vorne mit dabei. Auch Augmented und Virtual Reality (AR/VR), DevOps und Blockchain werden genannt. Daten werden zum Produktionsfaktor Nummer eins. Digitalisierung ist und bleibt ein Querschnittsthema. Quantencomputer werden noch ein wenig auf sich warten lassen.

Erfreulich für Scopevisio: Public Cloud-Anwendungen hatten 2017 endgültig ihren Durchbruch. PAC nennt das Cloud Computing „die wichtigste Enabling-Technologie“.

IT-Trends: Ereignisgesteuerte Prozesse

Gartner sagt voraus, dass mehr und mehr Vorgänge in Unternehmen „Event-driven“, ereignisgesteuert, ablaufen werden.

Ein Ereignis im Sinne der Computertechnik ist jede Zustandsänderung im System. Das kann ein Klick auf eine Landing Page sein, oder auch die Erteilung eines Großauftrags. Ereignisgesteuerte Prozesse verknüpfen mit jedem Ereignis eine Folgeaktivität, die idealerweise automatisiert ausgeführt wird und in den nächsten Prozess-Schritt mündet.

Bei einem Klick auf die Landing Page wird zum Beispiel ein Störer mit einer Handlungsaufforderung eingeblendet. Ein elektronisch erteilter Auftrag wird automatisch mit einer Auftragsbestätigung quittiert. Der Upload eines Belegs setzt eine OCR-Erkennung in Gang. Erkennt diese bestimmte Inhalte, wird eine Kontierung mit dem Beleg verknüpft.

Diese Beispiele sind heute bereits Realität. In Zukunft könnten alle Ereignisse sofort erfasst, analysiert und durch ein Regelsystem mit Folgeaktivitäten oder -ereignissen verknüpft werden. Künstliche Intelligenz kann helfen, Ereignisse noch schneller einzuordnen und flexibel auf sie zu reagieren.

IT-Trends: Digitale Transformation

IDC erwartet, dass bis 2021 mindestens die Hälfte der globalen Wertschöpfung digitalisiert sein werden. Unternehmen sollten DX-Plattformen einrichten. Das sind Technologielandschaften, die im Hinblick auf Umfang, Schnelligkeit und Skalierbarkeit die digitale Transformation im Unternehmen unterstützen. Und hier kommt die Cloud ins Spiel.

IT-Trends: Cloud als Technologietreiber

Cloud Computing ist nicht länger „nur“ gut für die Wirtschaftlichkeit und Agilität. „Die Cloud wird zur wichtigsten und zuverlässigsten Quelle nachhaltiger Technologieentwicklung eines Unternehmens“, so Lynn-Kristin Thorenz, Research & Consulting IDC.

Das Management und die Integration von Cloud-Ressourcen wird entscheidend für die Leistungsfähigkeit von Organisationen. Nur wer seine Altsysteme rechtzeitig auf das neue, agile und skalierbare Cloud-Paradigma umstellt, kann den Kulturwandel bewältigen, den die digitale Transformation mit sich bringt.

Cloud Computing ermöglicht es auch, IT-Dienstleistungen dezentral in den Fachbereichen zu erbringen. Das ist vielen Unternehmen heute wichtiger als die Skaleneffekte einer zentralisierten IT, die aber auch zum Flaschenhals geraten und Wachstum verhindern kann.

IDC rechnet weiterhin damit, dass bis 2021 Unternehmensapplikationen zu 90 Prozent auf Cloud Plattformen (PaaS) laufen, die Microservices und Cloud-Funktionen nutzen. Über 95 Prozent der neuen Microservices werden in Containern bereitgestellt werden.

IT-Trends: Neue IT-Kultur

Die Erwartungen der Kunden wachsen täglich – sowohl im B2B als auch im B2C. Waren und Dienstleistungen sollen tunlichst in Echtzeit bereitgestellt werden. Verbesserungen und Erweiterungen digitaler Produkte und Services werden ebenfalls sofort erwartet. Zusätzlich werden Produkte und Dienstleistungen immer individueller – von der „Losgröße 1“ in der Fabrik der Zukunft, ermöglicht durch Robotik und 3D-Druck, bis hin zu maßgeschneiderten digitalen Produkten für Consumer.

Dieser Trend erfordert einen Kulturwandel in der IT. CIOs transformieren nicht nur ihre IT-Systeme, sondern auch ihre Organisationen und Teams. Gleichzeitig muss auch das Silodenken in den Fachabteilungen und Bereichen aufgegeben werden. Das Ziel ist eine Innovationskultur mit durchgängiger Datenbasis, agilen Entwicklungsansätzen und selbstorganisierenden Teams.

IT-Trends: Daten sind die neue Währung

Für Unternehmen wird es immer wichtiger, hochwertige Daten zu erfassen, zu generieren und in Beziehung zu setzen, um daraus wieder neue, aussagekräftigere Informationen abzuleiten. Sie schaffen damit einen ökonomischen Wert auf Basis von Daten. Und genau das ist die „Kernkompetenz“ von ERP-Systemen.

Der Erfolg und der Wert von Unternehmen bemisst sich in Zukunft nach ihrer Fähigkeit, relevante und qualitative Daten zu produzieren und wertschöpfend zu nutzen. Unternehmen, die dies können, gewinnen an Einfluss und kommen auch im Bereich der KI-basierten Lösungen voran.

Das exponentielle Wachstum von Datenvolumen wird noch durch eine andere Entwicklung befeuert: Sprachsteuerung löst über kurz oder lang die bisher üblichen Benutzeroberflächen ab. Bei Smartphones ist das schon längst der Fall. Dazu kommt der Siegeszug von VR/AR-Anwendungen. Alle diese sind stark datenlastig und ohne die Skalierbarkeit von Cloud-Plattformen praktisch gar nicht mehr zu realisieren.

IT-Trends: Cloud Security

Im Hinblick auf Sicherheit in der Cloud hat 2017 ein radikales Umdenken eingesetzt. Galt vor einigen Jahren die Cloud noch als unsicherer Kandidat, haben die meisten Unternehmen heute erkannt, dass das Gegenteil der Fall ist. Wer seine IT in die Cloud verlagert, macht sie sicherer.

Europäische Gesetzgeber haben entsprechende Regelwerke auf den Weg gemacht, damit Wirtschaft, Behörden und Verbraucher mit sicheren, rechtlich einwandfreien Cloud-Services versorgt werden. Deutsche Cloud-Anbieter wie Scopevisio genügen auch hohen regulatorischen und technischen Sicherheitsanforderungen.

Die fast unbegrenzten Rechenkapazitäten in der Cloud ermöglichen auch eine genauere Analyse von sicherheitsrelevanten Daten. Kommt noch KI hinzu, können diese Analysen zu neuen Sicherheits-Services ausgebaut werden. „Security as a Service“ lässt sich mittlerweile als nutzungsabhängige Dienstleistung aus der Cloud beziehen.

Fazit

Die IT-Trends des Jahres 2018 finden in der Cloud statt. Noch stärker als in zurückliegenden Jahren profitieren die datenlastigen neuen Technologien von der Flexibilität und Skalierbarkeit des Cloud Computing. Cloud-basierte Plattformen helfen, die kontinuierliche Verbesserung von Produkten, Services und Prozessen kosteneffizient und nachhaltig zu unterstützen.

Die digitale Business-Transformation aktiv gestalten

Bei der Digitalisierung geht es zuallererst nicht um die Auswahl einer Software, sondern um Prozesse. Die Strategie, Struktur, Kultur und nahezu alle Prozesse im Unternehmen müssen im Zuge der digitalen Transformation angepasst werden. Das Unternehmen muss also mehr oder weniger neu erfunden werden. Um die digitale Business-Transformation aktiv zu gestalten, bedarf es einer neuen Form von Unternehmensplattform und der Automation 4.0. Es findet derzeit ein fundamentaler Wandel in der Unternehmenskultur statt, den Alain Veuve folgendermaßen charakterisiert:
„Der grundlegendste Paradigmenwechsel findet aber dadurch statt, dass man Unternehmen in Zukunft nicht mehr verwaltet und berechnet, sondern (wieder) gestaltet und entwickelt.“
Bei der Gestaltung und Entwicklung im Unternehmen wird es immer wichtiger, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Durch die Einbeziehung der Nutzer in die Entwicklung von Prozessen und Services kann eine andere Art von Digitalisierung erschaffen werden, in der der Mensch im Fokus steht.
„Die digitale Transformation soll Prozesse, Kommunikation und Services für den Menschen verbessern.“.
findet Juliane Waack. Für sie dient die Digitalisierung dazu, Probleme zu lösen, Kundenerfahrungen zu optimieren, Mitarbeitererfahrungen zu optimieren, Workflows effizienter zu gestalten und allen das Leben ein bisschen einfacher zu machen. Damit das gelingt, arbeiten führende Software-Unternehmen derzeit an künstlich intelligenten Verfahren, die mithilfe von großen Mengen an Daten Muster und Entscheidungsstrategien liefern. Dazu werden Algorithmen verwendet, die in der Lage sind, mit logischer Unschärfe umzugehen, Muster in Datenmengen zu erkennen und ihren eigenen „Erfahrungsschatz“ regelbasiert auszubauen und zu verfeinern. Mithilfe dieser intelligenten Mechanismen können Probleme schnell und automatisch gelöst werden. Künstliche Intelligenz bietet durch die „Formalisierung von Vorgängen in lebendigen Organismen“ (Conny Dethloff) die Möglichkeit, mithilfe einer „erweiterten Logik“ der Komplexität menschlichen Handelns Rechnung zu tragen. Schmetterling Künstliche Intelligenz ist der Enabler für eine Automation 4.0, durch die das Arbeiten enorm erleichtert werden kann. Die Scopevisio AG arbeitet derzeit etwa an einem digitalen, sprachgesteuerten Assistenten – eine Art Alexa fürs Unternehmen. Dieser digitale Assistent soll „Scoper“ heißen und die integrierte Unternehmenssoftware Scopevisio ergänzen. Rund 1.000 betriebliche Fragen wird der Scoper beantworten können, darunter Fragen nach Forecast, Angeboten, Aufträgen, Umsatz, Ergebnisse oder Liquidität. Dadurch wird der Recherche- und Arbeitsaufwand immens verringert. Außerdem informiert er selbst über unterschiedliche Kanäle (z.B. Mail, Slack, MS Teams oder in Scopevisio selbst) über wichtige Ereignisse. Organisationsformen, die derzeit noch primär auf starren Hierarchien und anachronistisch anmutendem Konkurrenzdenken aufgebaut sind, entwickeln sich immer mehr weg von dieser klassisch-hierarchischen Form hin zur Organisation als organischem, lebendigem Gebilde, in dem Kooperation und Netzwerke den Unternehmensalltag bestimmen. Besonders spürbar ist dieser neue Trend in der Medienbranche, wo Netzwerke und Dialog den „Frontalunterricht“ abgelöst haben. Eine neue Form von Unternehmensplattform kann dabei helfen, diesen Wandel zu gestalten. Sabine Jung-Elsen von Scopevisio (PR) sprach auf dem 5. Cloud Unternehmertag mit dem Visionär und Scopevisio-Gründer Dr. Jörg Haas über Künstliche Intelligenz, die Zukunft der Arbeit und eine neue Art von Unternehmensplattform.  

Warum die Digitalisierung kein Selbstzweck sein sollte

Die Deutsche Bahn hat eine große Digitalisierungsstrategie, der Vorstandschef Rüdiger Grube leitet ein „Competence Center Digitalisierung“ und der Kunde kann sich Fahrtinformationen via App holen. Aber was nützt das dem Kunden, wenn der Automat nicht funktioniert? Die Digitalisierung im Alltag: am Kunden vorbei Wer hat nicht schon mal am Ticketautomaten gestanden und sich gefragt, was die ganze Digitalisierung denn bringt, wenn man am Ende weder mit Karte, noch mit Scheinen bezahlen kann, weil der Automat streikt? Oder wenn der große Fortschritt der Deutschen Bahn darin liegt, dass der Kunde keine Tickets mehr im Zug kaufen darf, es sei denn, er will eine Strafgebühr zahlen? Oder wenn das „kostenlose“ W-LAN in allen ICEs nach lächerlichen 200MB Datenvolumen runtergedrosselt wird? So wie der Köder dem Fisch und nicht dem Angler schmecken soll, sollte die Digitalisierung auch dem Nutzer bzw. Kunden gefallen und nicht demjenigen, der sie implementiert. Wenn ich von Kunden rede, meine ich übrigens auch die Mitarbeiter, die am Ende mit neuen digitalen Workflows arbeiten müssen. Denn unzufriedene Mitarbeiter bzw. langwierige Prozesse betreffen auch den Kunden. So erhalten alle Schwarzfahrer der Berliner Verkehrsbetriebe BVG ihren Schein mit einem eingescannten Barcode, der das Identifizieren des Vorgangs einfach macht. Der Kontrolleur kann sogar besondere Umstände notieren. Doch dann muss man trotzdem zur stark überfüllten unbequemen Meldestelle mit ungünstigen Öffnungszeiten, wo der Barcode keine Verwendung mehr findet und neben den Eingaben im Computerprogramm auch noch eine Papierliste ausgefüllt wird. Hier kann nicht mehr von Digitalisierung 2.0 und nicht einmal mehr von der Digitalisierung 0,5 geredet werden. Digitale Prozesse sollen Arbeit optimieren, nicht erschweren Das Wichtigste, sobald man die Planung der digitalen Transformation beginnt und sich überlegt, welche neue Software man implementiert, welche Apps man entwickelt und welche Workflows man initiiert, ist der Gedanke des „wozu“. Digitalisierung-kein-Selbstzweck-1 Wenn ich selbst nicht weiß, warum ich einen Vorgang digitalisiere, sondern es nur tue, weil es alle tun, dann werde ich früher oder später ein Problem bekommen. In einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes aus dem Jahr 2016 gaben 46% aller befragten Arbeitnehmer an, dass sie durch die Digitalisierung noch mehr belastet werden (Quelle: t3n). Bankenmitarbeiter gestanden Anfang 2016 in einer Studie der Unternehmensberatung PPI (zitiert von der FAZ), dass die Digitalisierung bei ca. 25% aller Angestellten zu mehr Arbeitsschritten führt (also Computer und Papierliste). Wie kann so etwas passieren? Wenn wir uns vorstellen, dass die neuen Anwendungen über den Köpfen der Angestellten (also der Nutzer) hinweg ausgesucht und implementiert wurden, dann fehlt natürlich wichtige Information zu den Anforderungen und Bedürfnissen der Nutzer, die beim Auswahlprozess nötig gewesen wäre. Auch aus Kundensicht fallen immer wieder „gut gemeinte“ Digitalisierungsvorgänge auf, die in der Praxis nach hinten losgehen. Bei der Post kann man beispielsweise bequem online Briefmarken bestellen. Da jedoch das im Shop angezeigte Angebot anscheinend nicht mit einer logistischen Software verknüpft ist, kann man als Kunde Markensets in den Einkaufswagen legen, die bereits ausverkauft sind. Das wäre generell schon ärgerlich, aber nicht unbedingt ein Grund für den Absprung, wenn der Kaufprozess dadurch nicht in einen Fehlermodus käme, bei dem der Kunde zu keinem Zeitpunkt informiert wird, warum es nicht weitergeht. Ich möchte hier mal den Direktor der Konzernkommunikation und Unternehmensverantwortung der Post, Christof Ehrhart, zitieren:
„Digitalisierung ist eine Jahrhundertchance.“ Digitalisierung-kein-Selbstzweck-2
4 Grundlagen einer effektiven digitalen Transformation:
  • Überlegen Sie sich zuerst, welche Unternehmensbereiche wie optimiert werden können. Ignorieren Sie dabei erst einmal die technischen Lösungen, sondern konzentrieren Sie sich auf Workflows und Strategien. Die Technologie ist nur das Mittel zum Zweck.
  • Wählen Sie digitale Anwendungen nach Ihren Bedürfnissen aus und nicht nach Popularität. Konzentrieren Sie sich auf Ihren Anforderungskatalog.
  • Lassen Sie den Anforderungskatalog nicht ausschließlich von der Geschäftsführung und/oder IT zusammenstellen, sondern auch von den Unternehmensbereichen, die später mit der Software umgehen sollen.
  • Binden Sie alle Nutz(nieß)er neuer digitaler Prozesse und Services in den Entwicklungs- und Auswahlprozess mit ein. Sei es durch Testgruppen, Beta-Versionen oder kontinuierliche Feedback-Möglichkeiten.
Herr Ehrhart hat Recht, die Digitalisierung ist eine Jahrhundertchance. Aber nur dann, wenn sie nicht zum Selbstzweck umgesetzt wird, sondern ein klares Ziel verfolgt: Probleme zu lösen, Kundenerfahrungen zu optimieren, Mitarbeitererfahrungen zu optimieren, Workflows effizienter zu gestalten und allen das Leben ein bisschen einfacher zu machen. Über die Autorin: Juliane-Waack-1 Juliane Waack ist Fachautorin für Digitalisierung, Content Marketing und Customer Journey Management. Sie schreibt für die ec4u expert consulting ag

Warum gehört Cloud Computing die Zukunft?

Die Cloud vernetzt Produkte, Geräte, Menschen und Unternehmen. Für Kurt Rindle von IBM ist Cloud Computing deshalb
„ein notwendiges und hilfreiches Instrumentarium, mit dem sich der Übergang in die Digitalisierung bewerkstelligen lässt“.
Die Skalierbarkeit und die Flexibilität, die Cloud-Services mit sich bringen, sowie die Sicherheit der gespeicherten Daten sind Vorteile, die für die Nutzung von Cloud-Diensten sprechen. Doch wie steht es um die Voraussetzungen für die Nutzung von Cloud-Services in deutschen Unternehmen? Laut der Studie „Cloud Readiness 2015“ von COMPUTERWOCHE, CIO und TecChannel sind die Voraussetzungen für die Nutzung von Cloud-Diensten in den Unternehmen in Deutschland gut. Die Studie zeigt, dass viele Unternehmen dazu bereit sind, über Geschäftsprozesse und -modelle im Kontext von Cloud-Services nachzudenken. Darüberhinaus wurden vielerorts auch schon strategische Weichen in Richtung Cloud gestellt.

Analyse der Voraussetzungen von Cloud Computing

Unter den Befragten gab ein Fünftel an, dass es Geschäftsmodelle oder -chancen gibt, die für das eigene Unternehmen erst durch Cloud-Lösungen möglich werden. In Organisationen mit mehr als 1000 Mitarbeitern liegt der Anteil sogar bei mehr als einem Drittel. Gefragt, ob sie für ihr Unternehmen eine umfassende Analyse der organisatorischen, technischen und juristischen Voraussetzungen einer Cloud-Nutzung vorgenommen haben, antwortete mehr als ein Viertel (27,5%) mit „ja“. Die Werte steigen abhängig von der Unternehmensgröße: Unternehmen mit jährlichen IT-Ausgaben von mehr als 100 Millionen Euro haben schon zu 51,2% einen Cloud-Readiness-Check abgeschlossen, um Cloud Computing demnächst in ihrer Firma einführen zu können. Anstelle einer umfassenden Analyse der Voraussetzungen der Cloud-Nutzung findet in 28,8% der befragten Unternehmen eine Prüfung der Voraussetzungen in einem bestimmten Bereich statt. Dabei findet eine Fokussierung auf einzelne Themen und Bereiche im Business statt. Gänzlich auf eine Analyse verzichten wollen nur 15% der Umfrage-Teilnehmer. Zunkunf-Cloud-Computing-Grafik1

Selbsteinschätzung zur Cloud-Readiness

Bei der Einschätzung der unternehmenseigenen Cloud-Readiness auf einer Skala von 1 (= gar nicht Cloud-ready) bis 10 (= vollständig Cloud-ready) lagen die Unternehmen mit einem Wert von 6,1 im Durchschnitt im oberen Mittelfeld. Ihrer IT-Abteilung trauten die Unternehmen noch mehr zu, sie schätzten deren Cloud-Readiness bei 7,1 von 10 Punkten. Die anderen Abteilungen bewegen sich ebenfalls im Mittelfeld (Marketing: 6 Punkte; Vertrieb: 5,9 Punkte, Top-Management: 5,8 Punkte; Personal: 5,1 Punkte, Finanzabteilung: 4,9 Punkte). Cloud Readiness - Selbsteinschätzung

Umfassende Strategie zur Einführung von Cloud-Services

Eine umfassende Strategie zur Einführung von Cloud-Services (inklusive Roadmap und definierten Milestones) hat knapp ein Viertel (24,7%) der Befragten. Bei Firmen, die jährlich mehr als 100 Millionen Euro für IT aufwenden, liegt der Wert über 50%. Eine grundsätzliche Strategie ohne Roadmap verfolgen immerhin 37% der befragten Unternehmen. Statt einer Cloud-Strategie für das gesamte Unternehmen verfolgen 23,5% der Umfrage-Teilnehmer Initiativen in einzelnen (Fach-)Abteilungen. In kleineren Organisationen mit weniger als 100 Mitarbeitern sind es gar 30,5%. Unternehmen, die keine explizite Cloud-Strategie verfolgen, sind in der Minderheit, es handelt sich dabei um nur 14,5%. Zunkunf-Cloud-Computing-Grafik2

Zuerst eine Digitalisierungsstrategie entwickeln!

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Cloud-Strategie sollte für Unternehmen eine umfassende Digitalisierungstrategie sein, fordert EMC-Managerin Elke Steinegger:
„Es wäre wünschenswert, wenn sich die Cloud-Strategie von der Digitalisierungsstrategie ableiten würde. Das sehe ich aber bisher leider nicht. Viele Initiativen innerhalb eines Unternehmens konkurrieren eher gegeneinander und werden nicht miteinander abgeglichen.“
Bei der Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie sollten auch Themen wie Informationssicherheit und die Orientierung am Grundschutz eine Rolle spielen. Der IT-Grundschutz ist ein Standard, an dem sich dabei orientiert werden kann. Gute Cloud-Anbieter zeichnen sich durch eine Cloud Zertifizierung aus. In Zeiten, in denen Unternehmen immer mehr Rechenkapazität, Speicherplatz und Software über das Internet beziehen, gehört Cloud Computing die Zukunft.