Mindestlohn

Zeiterfassung, Mindestlohn und Minijobs

Arbeitszeitnachweis leicht gemacht

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450-Euro-Jobs im Fokus

Nach dem Mindestlohngesetz gilt seit Anfang dieses Jahres der flächendeckende Mindestlohn in Höhe von EUR 8,84 brutto pro Arbeitsstunde. Insbesondere betroffen sind die sogenannten „Minijobber“. Das sind Arbeitskräfte, die maximal EUR 450 brutto pro Monat verdienen oder auf befristeten Verträgen (z.B. Ferienjobs) maximal zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage im Jahr bei einem Gehalt beschäftigt sind, das das Maß von EUR 450 brutto pro Monat nicht übersteigt.

450 Euro Bruttolohn geteilt durch 8,84 Euro pro Stunde ergibt ca. 50,9 Stunden pro Monat oder knapp 12 Stunden pro Woche. Wenn das Maß dieser Zeit überschritten werden, liegt ein Verstoß gegen das Mindestlohngesetz vor.

Arbeitszeitnachweise

Arbeitgeber müssen bezüglich Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit für bestimmte Gruppen ihrer Mitarbeiter die entsprechenden Daten erfassen und dokumentieren. Mit diesem Überblick gilt es nachzuweisen, dass der Mindestlohn für die betroffenen Beschäftigten nicht unterschritten wird.

Die gute Nachricht ist: Laut dem Zoll ist die Arbeitszeiterfassung an keine Formvorschriften gebunden und kann im Unternehmen sowohl schriftlich als auch elektronisch erfolgen. Auch die Lage und genaue Dauer der Pausen muss im Überblick nicht präzise festgehalten werden. Wenn Wochenpläne für den Einsatz der Arbeitnehmer bestehen, kann die Arbeitszeiterfassung auch auf diesen Wochenplänen beruhen. Dann muss – gegebenenfalls wieder formlos – dokumentiert werden, ob und in welcher Weise Abweichungen von der geplanten Zeit eingetreten sind oder nicht.

Für Mitarbeiter, die ausschließlich mobil tätig sind, gilt zusätzlich die Vereinfachung, dass an Daten lediglich die Dauer der täglichen Arbeitszeit zu erfassen ist.

Die Arbeitszeiten gilt es für jeden Arbeitnehmer einzeln zu erfassen. Die Nachweise müssen jeweils spätestens sieben Tage im Nachhinein vorliegen. Das bedeutet in der Praxis oft, dass am Montag die Arbeitszeitnachweise für die vergangene Woche erstellt werden.

Der Zoll präzisiert: Arbeitgeber mit Sitz im Inland und Arbeitgeber mit Sitz im Ausland müssen die für die Prüfung der Einhaltung der Arbeitsbedingungen nach dem MiLoG, dem AEntG und dem AÜG erforderlichen Unterlagen in Deutschland und in deutscher Sprache gemäß § 17 Abs. 2 MiLoG, § 19 Abs. 2 AEntG bzw. § 17c Abs. 2 AÜG bereithalten. Neben den Arbeitszeitnachweisen sind dies im Einzelnen der Arbeitsvertrag bzw. ein Dokument, aus dem sich die Inhalte des Beschäftigungsverhältnisses ergeben, sowie Lohnabrechnungen und Nachweise über erfolgte Lohnzahlungen.

Zeiterfassungssoftware

Mit dem Programm einer Zeiterfassungssoftware können die Dokumentationspflichten im Zusammenhang mit Arbeit, Zeit und Mindestlohn einfach und rechtssicher bewältigt werden. Moderne Systeme bieten verschiedene Funktionen für die Erfassung: Der Beschäftigte kann auf seiner mobilen App einfach am Beginn seiner Arbeit eine Stoppuhr starten und sie am Ende anhalten. Oder er bzw. sein Vorgesetzter kann einen Zeiteintrag im Kalender erstellen und die Arbeitszeit dadurch dokumentieren. Andere Funktionen ermöglichen es, im Programm einen Wochen-Einsatzplan im Sinne der Zeiterfassung zu erstellen und zu pflegen. Die Arbeitszeiten können auch auf bestimmte Projekte oder Kostenstellen gebucht werden. Die Daten werden im System der Zeiterfassungssoftware revisionssicher gespeichert. So können sie nicht verfälscht werden und das Projekt Arbeitszeiterfassung behält seine Beweiskraft.

Und im Falle einer Prüfung ist die Zeiterfassung der Arbeit bzw. ihr Nachweis auf Knopfdruck verfügbar.

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