Arbeitswelt Cloud Computing

Outsourcing Trends laut IDG Studie 2017

Outsourcing Potenzial nur zu 20 Prozent genutzt

Das Outsourcing von IT-Services wird in den nächsten Jahren stark zunehmen. Cloud Computing spielt dabei eine Schlüsselrolle.

26. September 2017 705 Aufrufe
Woher nehmen und nicht stehlen? Das fragen sich Unternehmen, die mit enormen Datenfluten, hohen Kundenerwartungen und Mangel an IT-Personal kämpfen. IT-Outsourcing erfreut sich daher zunehmender Beliebtheit. Eine aktuelle Studie von IDG Research Services zeigt aktuelle Trends auf. Die komplette Studie finden Sie hier zum Download.

Die wichtigsten Studienergebnisse

Ein Drittel der befragten Unternehmen sieht noch viel ungenutztes Outsourcing-Potenzial. Dieses sei erst zu rund 20 Prozent ausgeschöpft, befanden die Studienteilnehmer.

Digialisierung und Cloud Computing haben Priorität

Welche Themen stehen bei den IT-Firmen auf der Tagesordnung und mit welcher Gewichtung? Die Ergebnisse zeigen einen starken Fokus auf die digitale Transformation und ihre Chancen und Risiken.
  • Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen hat für 39,2 % der Befragten Top-Priorität.
  • Cloud Computing steht für 37,4 %  ganz oben auf der Agenda.
  • Fast ebenso viele, nämlich 37,2 Prozent sorgen sich am meisten um die Cyber Security.
Weniger Interesse riefen die Bereiche Business Continuity (11,9 %), Robotics (10,2 %) und Marketing Automation (10,0 %) hervor. Vielleicht sind einige noch nicht so stark im Fokus, wie sie es sein sollten. Robotics ist außerdem eher ein Thema für Fertigungsunternehmen, während die Mehrzahl der Befragten in der vorliegenden Studie IT-Firmen sind. Das frühere Trend-Thema DevOps ist in den Hintergrund gerückt. Die agile Zusammenarbeit zwischen Entwicklung (Development) und Betrieb (Operations) treibt 2017 nur noch 10,7 Prozent der befragten Firmen um.

Im Mittelstand entscheidet der Chef

In 44,3 Prozent der mittelständischen Unternehmen (mit 100 bis 500 Mitarbeitern) treffen Geschäftsführer oder Vorstand die Entscheidung über Outsourcing. Großunternehmen haben diese Entscheidung teilweise an Fachabteilungen delegiert.

Wider den Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel ist in der IT-Branche besonders heikel. Vergeblich suchen Unternehmen nach Projektmanagern, Administratoren, Entwicklern, Software-Architekten und Security-Spezialisten. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen berichten, der Markt für IT-Fachkräfte sei leergefegt. Da liegt es nahe, dass viele Leistungen auf Externe verlagert werden. Eine andere Studie aus dem Jahr 2017 stellte fest, dass schon jetzt fast die Hälfte aller IT-Fachkräfte Externe sind. Diese sind zur Hälfte Freiberufler und werden zur anderen Hälfte von Personal- und Outsourcing-Dienstleistern vermittelt. Zunehmend stellen Unternehmen auch gemischte Teams aus eigenen und externen Mitarbeitern zusammen. Die Cloud ist auch hier der Motor der Entwicklung. Sie ermöglicht eine intensive Einbindung von externen Dienstleistern ohne Abstriche an die Sicherheit.

Outsourcing von IT-Infrastruktur

Fast alles kann ausgelagert werden – aber nicht alles sollte. Grundsätzlich sehen die Befragten kaum Grenzen für das Outsourcing, doch die Produktentwicklung sehen die meisten dann doch lieber in ihrem eigenen Betrieb. Dagegen sind mehr als zwei Drittel – 68,7 Prozent – für eine Auslagerung von Teilen der IT-Infrastruktur. Mehr denn je sehen Firmen ihre Infrastruktur von morgen in der Cloud. Diese gibt ihnen Sicherheit, Skalierbarkeit, Performance und Flexibilität. Zudem sind Cloud Services finanziell besser zu kalkulieren als eine Inhouse-Lösung, bei der immer ungenutzte Kapazitäten vorgehalten werden müssen.

Full-IT-Outsourcing

Full-IT-Outsourcing bedeutet, dass die komplette IT aus dem Unternehmen ausgelagert ist. Bei einer Auslagerung ins Inland spricht man von „Onshoring“ und bei einer Auslagerung ins Ausland von „Offshoring“. Heute praktizieren rund 13 Prozent der Befragten Full-IT-Outsourcing, wobei der Trend eher rückläufig ist. In fünf Jahren möchten nur noch knapp 12 Prozent dies tun. Das ist erstaunlich, sind doch zwei Drittel der Full-IT-Outsourcer mit ihrer Lösung zufrieden, insbesondere mit der Onshoring-Variante. Beim Offshoring beklagen einige Firmen Schwierigkeiten in der Kommunikation. Größerer Beliebtheit erfreut sich das selektive Cloud Sourcing von bestimmten Services oder Infrastrukturen.

Trendthema Cloud Sourcing

Cloud Sourcing meint das Beziehen von IT-Leistungen aus dem Netz. Bereits 57,6 Prozent der befragten Firmen nutzen Software-as-a-Service (SaaS), 34,7 Prozent Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und knapp ebenso viele Platform-as-a-Service (PaaS) – Tendenz steigend. Gut 20 Prozent der Studienteilnehmer buchen bereits IT-Services in der Cloud. Spannend: In fünf Jahren sollen es doppelt so viele sein, so die Selbsteinschätzung der Unternehmen.

Fazit

Das Outsourcing von IT-Services wird in den nächsten Jahren stark zunehmen. Cloud Computing spielt dabei eine Schlüsselrolle. Um der Datenfluten noch Herr zu werden, benötigen Unternehmen eine hoch skalierbare und performante IT. Diese im eigenen Betrieb vorzuhalten ist eine kostspielige und riskante Angelegenheit. Hinzu kommt der Fachkräftemangel: Unternehmen tun sich schwer, geeignetes Personal für ihre IT-Administration und Security zu finden. Outsourcing und Cloud Sourcing sind daher Zukunftsthemen im Mittelstand. Die permanent wachsenden Anforderungen an die IT-Umgebung und Cyber Security werden durch Cloud Services flexibel, bedarfsgerecht und dezentral abgefangen.
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