Cloud Computing

Cloud Monitor 2017 von KPMG und Bitkom

Public Cloud sicherer als interne IT

Im Jahr 2016 haben 65 % der Unternehmen in Deutschland Cloud Computing eingesetzt. Dies geht aus dem neuen Cloud Monitor 2017 hervor. Im Rahmen dieser Studie befragten KPMG und Bitkom mehr als 550 Gesprächspartner in Unternehmen.

16. Juni 2017 646 Aufrufe

Cloud Monitor 2017 – Sonne über den Wolken

Flexibilität, Skalierbarkeit und Kostenkontrolle sind die Trümpfe der Cloud. Laut dem Cloud Monitor 2017 haben die Konzerne dies längst erkannt. Rund die Hälfte der Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern nutzt Services aus der Public Cloud. Bei den kleinen und mittleren Unternehmern (KMU) sind dies jedoch nur 29 %. KMU drohen, diesen wichtigen Digitalisierungstrend zu verschlafen – auf Kosten ihrer Wettbewerbsfähigkeit! Dabei profitieren gerade die KMU in besonderem Maße vom Cloud Computing. Sie sparen sich dadurch den Aufbau einer eigenen IT-Infrastruktur. Auch für die Administration müssen sie keine Fachkräfte vom leer gefegten Markt anheuern: Cloud Services werden vom Provider gepflegt und aktualisiert. Für die Anwender fällt lediglich eine monatliche Service-Gebühr an. So können sie sich zu niedrigen monatlichen Fixkosten hoch skalierbare und leistungsfähige Software leisten, wie sie früher nur Großkonzernen vorbehalten war. KMU, die langfristig im Wettbewerb überleben möchten, sollten ihre Vorbehalte gegenüber der Cloud schnellstens revidieren. Tatsächlich tun Cloud Provider mehr für Datensicherheit und Compliance als die Unternehmen selbst. Sicherheitspatches und Aktualisierungen werden unverzüglich angewendet. Und das aus purem Selbsterhaltungstrieb: Ein Cloud Provider, der beim Datenschutz schlampt, ist ganz schnell weg vom Fenster.

Die wichtigsten Studienergebnisse im Überblick:

  • 65 % der Unternehmen in Deutschland nutzen Cloud Computing. Weitere 18 % planen oder diskutieren den Einsatz.
  • 91 % der Cloud Anwender nutzen spezielle Security Services, um ihre Cloud Lösungen abzusichern.
  • 77 % der Cloud-Kunden erwarten von ihrem Provider, dass er seinen Hauptsitz im Rechtsgebiet der EU hat.
  • 67 % der Unternehmen haben die Sorge, dass Cloud Computing die Einhaltung von Compliance Anforderungen gefährdet.
  • 46 % der Nutzer einer Public Cloud berichten von einer Zunahme der Datensicherheit, nur 13 % von einer Abnahme.
  • 50 % der Großunternehmen nutzen Public Cloud-Dienste aber nur 29 % der KMU.
  • 53 % der Unternehmen haben bisher keine Strategie für den Einsatz von Cloud Computing.

Deutlicher Anstieg der Cloud Nutzung

Der Anteil der Unternehmen, die sich zur Cloud bekennen, stieg von 54 % im Jahr 2015 auf 65 % im Jahr 2016. Im selben Zeitraum sank der Anteil der Firmen, die sich überhaupt nicht mit der Cloud befassen möchten, von 28 auf 17 %. Den größten Zuwachs verzeichnen Private-Cloud-Lösungen. Der Anteil der Public-Cloud-Nutzer Namen nur moderat zu, nämlich um 3 %.

Häufig fehlt eine Cloud-Strategie

Woher kommt die Cloud-Abstinenz der Mittelständler? Der neue Cloud Monitor diagnostiziert, dass den meisten kleineren Unternehmen die rechte Strategie fehlt, um in der Cloud mitzumischen. Lediglich 40 % der Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern besitzen eine Strategie für den Cloud-Einsatz. Das ist wenig in Anbetracht der Tatsache, dass bereits 64 % dieser Unternehmen Cloud Dienste nutzen. Zu einer Cloud Strategie gehören unter anderem Prozesse und Festlegungen, die beschreiben, wer welche Cloud Services für welche Aufgaben nutzt. In Abwesenheit einer Cloud-Strategie kann es zu Wildwuchs kommen. User im Unternehmen nutzen die dort bereitgestellten Services nach Gutsherrenart und vermischen sie munter mit ihren privaten Google-, Dropbox-, Webmail-und sonstigen Accounts. Dadurch entsteht eine Schatten-IT, unter der die Datensicherheit, die Transparenz und letztlich auch die Produktivität leiden. Viele Vorteile der Cloud werden dadurch preisgegeben.

Public Cloud sicherer als interne IT

Sicherheitsvorfälle lassen sich nie ganz vermeiden. Häufig haben sie mit schwachen Passwörtern oder zu großzügigen Zugriffsregelungen zu tun. Nicht immer sind es externe Hackerattacken, die zum Datendiebstahl führen. Auch die Sicherheitsvorkehrungen gegenüber eigenem Personal gehören auf den Prüfstand. Dies vorausgeschickt, hat der Cloud Monitor eine gute Nachricht für Public Cloud-Nutzer. Diese verzeichnen weniger Sicherheitsvorfälle als Unternehmen, die auf interne IT setzen. Von den Cloud-Adepten berichten 19 % über Vorfälle und 13 % über Verdachtsfälle. Von den Unternehmen mit eigener IT registrierten 22 % Sicherheitsvorfälle und 19 % Verdachtsfälle.

Interne private Cloud rückläufig

Der Cloud Monitor berichtet, dass der Trend zum Outsourcing von IT-Infrastruktur anhält. Nur 13 % der befragten Firmen betrieben 2016 noch eine hauseigene private Cloud. 2014 waren es noch 23 %. Auch dies ist Ausdruck zunehmenden Vertrauens in die Cloud Provider. Die Auslagerung der private Cloud in eine externe IT Infrastruktur im Rechenzentrum eines Dienstleisters ist das vorherrschende private Cloud-Konzept. Ein starkes Wachstum verzeichnen Community Clouds.

 Welche Cloud Services nutzen die Unternehmen?

  • Am weitesten verbreitet sind Office Anwendungen aus der Cloud. Diese sind bei rund der Hälfte aller Unternehmen im Einsatz.
  • Sicherheitslösungen aus der Cloud (Security es Service) belegen mit 44 % den zweiten Platz.
  • Auf den weiteren Plätzen folgen Services für die Zusammenarbeit, ERP Programme, CRM Lösungen, Branchensoftware, BI-Software und Internet-Telefonie.

Positive Erfahrungen

Die meisten Unternehmen, die Cloud Services nutzen, bereuen dies nicht. Sie berichten über positive Effekte durch den mobilen und Standort unabhängigen Zugriff auf die IT-Ressourcen, die Skalierbarkeit, Flexibilität, Verfügbarkeit und die Wirtschaftlichkeit der Cloud. Ein Viertel der Unternehmen konnte seine IT-Kosten senken.

Public Cloud – Bedenken lassen sich ausräumen

  • 60 % der Unternehmen befürchten einen unberechtigten Zugriff auf schutzwürdige Unternehmensdaten. Rund die Hälfte aller Befragten sehen Compliance-Hürden für den Einsatz der Public Cloud.
  • Eine „unklare Rechtslage“, befürchteter Datenverlust und die „schwierige Integration“ von Cloud Lösungen in die vorhandene Infrastruktur werden ebenfalls von rund 50 % der Unternehmen angeführt. Viele fühlen sich aber auch nicht ausreichend informiert oder bekennen, dass im eigenen Unternehmen Widerstände gegen die Cloud herrschen.
  • Deutsche Cloud Provider sind sehr auf die Compliance ihrer Lösungen bedacht. Revisionssichere Archivierung von Daten und die Einhaltung der Vorgaben der Finanzbehörde sind bei vielen Software-Produkten eingebaut. Auch ermöglichen etliche Anbieter die einfache Integration ihrer Services über Programmierschnittstellen (Apis).
  • Verbesserungspotenzial beim Compliance Management sieht der Cloud Monitor dagegen bei den Unternehmen selbst.

Fazit

Der Cloud Monitor bringt es an den Tag: Bei der Cloud Nutzung in Deutschland ist noch Luft nach oben. Der Markt boomt weiterhin doch das Wachstumspotenzial ist immer noch groß. Das betrifft in besonderem Maße kleinere Unternehmen. Vielfach fehlt es hier an einer Cloud Strategie. Die Cloud Nutzung ist weit unterdurchschnittlich. Damit verschlafen diese Firmen wichtige Chancen der Digitalisierung und riskieren ihre Zukunftsfähigkeit. Von der Sicherheitsfront gibt es Erfreuliches zu berichten. Die Public Cloud ist sicherer als interne IT-Lösungen. Während die Cloud Provider ihre Hausaufgaben mehrheitlich gemacht haben, gibt es in Unternehmen Nachholbedarf für ein aktives Compliance Management und nachhaltiges Sicherheitsmanagement.
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