Arbeitswelt

Cebit 2017 – die heißesten Startups

Digital Hubs machen einen guten Job

Viele Startups waren bei der CeBIT 2017 vertreten, und sie bilden nur die Spitze des Eisbergs, denn nicht jedes junge Unternehmen kann sich einen Stand auf der CeBIT leisten. Mit viel Kreativität treiben Jungunternehmer digitale Entwicklungen voran.

12. April 2017 193 Aufrufe
Startups sind junge Unternehmen im Aufbruch. Die jungen Gründer haben oft spannende und technisch innovative Geschäftsideen, die es lohnt, umzusetzen. Andererseits fehlt dafür häufig das nötige Kleingeld. Die Finanzierung von Startups, die mit ihren Visionen Neuland betreten, ist traditionellen Geldgebern oft zu riskant. Hier springen Inkubatoren und Wagniskapitalgeber in die Bresche. Die CeBIT 2017 konnte mit Startups aufwarten, in denen moderner Gründergeist und technische Innovation „made in Germany“ faszinierende Ideen hervorgebracht haben.

Startups der Digital Hubs in NRW

Die Digital Hubs von DWNRW verstehen sich als Inkubatoren für junge Unternehmen der digitalen Wirtschaft. Sie bieten Coworking-Spaces, Vernetzung, Beratung und Förderung durch Mentoren und nicht zuletzt auch durch Kapitalgeber. Die sechs NRW-Hubs sind in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln, im Münsterland und im Ruhrgebiet beheimatet. Im Startup-Bereich der Messe, der SCALE 11, stellten sie nicht weniger als 10 Startups vor. Die jungen Unternehmen präsentierten sich in bester Verfassung mit spannenden Ideen. Digital-Hub-Bonn  

Sicherheit für Frauen

Die Bonner Trackle GmbH stellt einen Temperatursensor her, der Frauen hilft, ihre fruchtbaren Tage zu bestimmen – ganz ohne Hormone und mit relativ großer Sicherheit. Anhand der vom Sensor auf das Handy übertragenen Daten wird nicht nur der aktuelle Zyklus analysiert. Mittels intelligenter Technik werden auch sichere und aussagekräftige Prognosen erstellt. So hilft Trackle Frauen nicht nur dabei, mehr über ihren eigenen Körper zu erfahren, sondern auch die richtigen Entscheidungen zu treffen. Durch die Kombination der traditionellen Temperaturmethode mit den technischen Möglichkeiten dieser Tage unterstützt der Sensor Frauen und Paare nicht zuletzt in der Familienplanung. Einige Pharmafirmen werden sich warm anziehen müssen, wenn die Idee Fuß fasst. Trackle GmbH Mitarbeiter

Sicherheit für Cloud-Dokumente

Aus Sankt Augustin kommt die junge Firma Cryptomator. Sie hat eine gute Nachricht für alle Cloud-Paranoiker: Mit dem Cryptomator können Anwender ihre Cloud-Dateien “on the fly” auf einem beliebigen Speichermedium verschlüsseln. Die Sicherheitsarchitektur ist eindrucksvoll und die Handhabung ganz einfach. Überhaupt sehen die Macher von Cryptomator einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen ‚einfach‘ und ’sicher‘. Passwort genügt: Es bedarf keiner Registrierung und die Transparenz der Software verändert die gewohnte Arbeitsweise mit den Dateien überhaupt nicht. Das Ergebnis ist ein quelloffenes Programm und wird kostenlos zur Verfügung gestellt, gewissen Hintertürchen ist somit bereits ein Riegel vorgeschoben. Der Cryptomator läuft auf Windows, Mac und Linux. Um Spenden wird gebeten. Cryptomator

Big Data-Analyse

Die Connectlounge GmbH aus Lünen hat sich das Motto “connecting genius and business” auf die Fahnen geschrieben. Sie hat ein KI-Modul namens Raypack Artificial Intelligence entwickelt, das aus dem Datenwust von Bildern, Dokumenten, Videos, PDFs und vielem mehr eine übersichtliche Datenbasis macht. Die Inhalte werden als “Boxen” analysiert und jede Box hat ihren eigenen digitalen Fingerabdruck. Dieser unterstützt nicht nur die Auffindbarkeit – dazu werden Massen an Metadaten generiert – sondern schützt die Informationen auch vor Manipulation.

Indoor-Navi

Manchmal verläuft man sich in größeren Gebäuden. Wo war nochmal der Ausgang? Wie finde ich Büro 14.23.811? Und überhaupt: Wo ist die Kaffeemaschine? Die Aachener Firma inways weiß Rat. Sie bietet eine Indoor-Navigation für Gebäude an, die ohne GPS funktioniert (also auch an Betondecken nicht scheitert): Eine deutliche Erleichterung für die Orientierung in großen Verwaltungen oder Business-Parks. Wer sein Gebäude mit inways aufwerten möchte, installiert einige Mini-Satelliten und stellt seinen Besuchern die kostenlose inways-App zur Verfügung. Auf Wunsch mit seinem eigenen Branding.

Chatbots für den Kundendienst

Die Kauz GmbH aus Düsseldorf programmiert Chatbots für die Kundenkommunikation. Chatbots sind einer der großen Trends auf der CeBIT 2017. Das Tool kann Benutzer- und Kundenanfragen beantworten und bietet attraktive Avatare an, die dem Nutzer suggerieren, dass er mit einem Menschen kommuniziert. Diese Avatare können auch über den Facebook-Messenger mit den Kunden interagieren.

Gemeinsam genießen

Eine schöne Idee für Schlemmer ist die Plattform Mealmatch, die Menschen für ein gemeinsames Essen daheim zusammenbringt. Gastgeber können Menüs kreieren und auf der Plattform vorstellen. Gäste können sich für die Angebote interessieren und ein Essen verabreden. So brauchen Hobbyköche nicht zu vereinsamen und es finden sich nette Tischgesellschaften zusammen, die über gemeinsame Interessen plaudern und vereint genießen.

Stress besser meistern

Oric ist ein Angebot, das von Musikern und Ingenieuren geschaffen wurde. Es fußt auf der Tatsache, dass Musik zur Entspannung beiträgt und gestressten Menschen helfen kann, sich besser zu fühlen, Selbstvertrauen zu gewinnen und physiologischen Stress zu reduzieren. Die App basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und erbringt messbare Resultate. Sie kann zum Beispiel die Herzfrequenz senken und die Schlafqualität erhöhen.

Textile Sensorik

Die Physiosense GbR aus Aachen möchte Ergonomie und Sensorik von Produkten auf eine neue Stufe heben. Das Konzept heißt “Smart-Textile Sensorik”. Herstellern verheißt es, textile Produkte durch Sensortechnologie sicherer, intelligenter und komfortabler zu machen. Die in textile Oberflächen (beispielsweise Bezüge von Bürostühlen oder Autositzen) integrierten Sensoren zeichnen Druck, Bewegung und Muster auf und bieten eine intelligente Positionserkennung. Sitze lassen sich dadurch optimal einstellen. Außerdem erkennt der Sitz, ob etwa ein Fahrer übermüdet ist oder eine bettlägerige Person umgelagert werden muss.

KI für Predictive Analysis

Das Startup point8 GmbH aus Dortmund bietet “Data Science as a Service”. Sie setzt Künstliche Intelligenz ein, um die in Unternehmen lagernden Daten als Basis für informierte Entscheidungen nutzbar zu machen. Intelligente Algorithmen und moderne Datenanalyse-Methoden helfen, die schlummernden Schätze zu heben und Vorhersagen daraus abzuleiten. Das hilft Mitarbeitern und Führungskräften, schneller und kompetenter Entscheidungen zu treffen.

Favoriten der Autorin

Zwei weitere, faszinierende Startups sollen hier nicht unerwähnt bleiben, auch wenn sie nicht von den Digital Hubs betreut werden.

Augmented Reality für Print

Das Startup 3DQR aus Magdeburg geht mit einer faszinierenden Idee an den Start: Augmented Reality für gedruckte Medien. Der Leser richtet sein Smartphone auf ein Bild in einem Buch oder einer Broschüre und das Bild beginnt zu leben. Auf dem Foto eines Meetings etwa steht der Geschäftsführer auf, wendet sich an den Leser und spricht zu ihm. In einem Tierbuch hebt sich der fotografierte Blauwal aus dem Bild und beginnt zu schwimmen: Alles in 3D und überaus realistisch. Die Anwendungen für Sachbücher, Schulbücher, Kinderbücher oder auch Unternehmenspublikationen sind mannigfaltig. 3DQR hat seine Entwicklung zum Patent angemeldet.

Innovativer Algorithmus für Verbraucherprofile

Etwas alleine und verloren präsentiert sich das kanadische Startup Turrent in der CeBIT-Halle SCALE 11. Zu Unrecht: Turrent hat einen innovativen Algorithmus entwickelt, der aus Social Media-Profilen und anderen im Internet verfügbaren Daten ein erstaunlich treffsicheres Verbraucherprofil erstellt. Marketer können mit dieser Technologie die Bedürfnisse ihrer Kunden ergründen, bevor diese sich selbst darüber klar sind. Angebote können personalisiert und gezielt formuliert werden, auf eine Weise, die den Adressaten begeistert.

Preisträger des CeBIT Innovation Award

Jährlich wird auf der CeBIT ein Innovation Award für vielversprechende Neuentwicklungen vergeben. Die Preisträger der CeBIT 2017 sollen hier kurz vorgestellt werden.

Ernteerträge sichern

Den Hauptpreis erhielt das Startup PEAT GmbH aus Hannover für seine Software Plantix. Das Team von PEAT hat eine Smartphone App entwickelt, die Schäden an Pflanzen erkennt. Die Früherkennung solcher Schäden trägt dazu bei, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen und dadurch Ernteerträge zu sichern sowie zu optimieren.

Golfen lernen

Die Viewlicity GmbH aus Hamburg sicherte sich den zweiten Platz mit ihrer Entwicklung PuttView. Die App hilft Golfspielern, ihre Schlagtechnik und -ausführung zu verbessern, indem sie beim Putten die Ideallinie mit der tatsächlichen Bahn des Golfballs vergleicht.

Secure your own Device

Das Entwicklerteam von Styp-Rekowsky, ein Spin-off der Uni Saarland, ging mit seiner Boxify-Technologie an den Start. Auf dieser neuen Technologie baut die Software „SYOD“ (Secure Your Own Device) der Saarbrücker Firma Backes-SRT GmbH auf. Sie ermöglicht Anwendern in KMU, geschäftliche wie private Daten und Apps auf dem eigenen mobilen Endgerät sicher zu nutzen.

Fazit

Die Gründerszene in Deutschland braucht sich nicht zu verstecken. Viele junge Startups waren bei der CeBIT 2017 vertreten, und sie bilden nur die Spitze des Eisbergs. Digital Hubs spielen eine wichtige Rolle als Inkubatoren und ermöglichen vielen innovativen Ideengebern, sich auf einem Forum zu präsentieren, das sie sich aus eigener Kraft noch nicht leisten könnten. Die vorherrschenden Trends sind auch bei den Jungen Wilden KI und Augmented Reality. Es ist zu hoffen, dass sich aus den Startups tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln.      
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