Die Zukunft der Arbeit

Die Zukunft der Arbeit

Stefan Maron 18. November 2015 8069 Aufrufe
Die Zukunft der Arbeit scheint durch einen Trend ganz besonders bestimmt zu werden: Die Digitalisierung. Sie erfasst inzwischen alle Lebens- und Arbeitsbereiche. Sie verändert, wie wir miteinander interagieren und wie wir uns einbringen, darüber sind sich die Interviewpartner von Guido Bosbach einig. In seinem Impulstext zum Thema „Digitalisierung – die Technik“ vertritt Bosbach die These, dass neue digitale Technologien eine Chance sind und dass wir die digitale Zukunft aktiv gestalten sollten: Industrie-4.0

Digitalisierung – die Technik

Digitalisierung umfasst heute fast jeden Bereich unseres Lebens- und Arbeitsalltags. Die Nutzung digitaler Technologien ist alltäglich, normal und unvermeidlich geworden. Inzwischen sind Maschinen dazu fähig, künstliche Intelligenz in bemerkenswertem Umfang einzusetzen, um das, was wir Wissensarbeit nennen, also kognitive menschliche Leistung, zu ersetzen. Diese Entwicklung schürt viele Ängste davor, dass Aufgaben und Jobs und damit wir selbst überflüssig und ersetzt werden. Doch in dieser Entwicklung stecken vor allem auch Chancen für uns. Wir Menschen, als Meister der Anpassung, sollten die Möglichkeiten intelligent nutzen, die durch dieses revolutionär neue Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine entstehen. Computer, die Routineaufgaben für uns erledigen, Exoskelette, die uns beim Tragen schwerer Lasten helfen, Roboter die uns von stupiden Aufgaben befreien. All diese Innovationen können wir einsetzen, um selbst etwas Neues, Spannenderes und Zufriedenstellenderes zu tun. Waren 1993 nur ca. 3% aller Informationen digital erfasst, so wird heute alles, jede Ware, jedes Produkt und viele Dienstleistungen spätestens bei deren Abrechnung entweder digital erfasst oder gespeichert. Die Übertragung und Speicherung von Information ist der derzeit stärkste Veränderungstreiber für Wirtschaft und Gesellschaft und viele andere Entwicklungen werden davon mit beeinflusst. Nachdem diese „einfache“ Digitalisierung unseren Alltag vollständig durchdrungen hat, entstehen neue interdisziplinäre Brücken zwischen Technologiebereichen. Die ersten Smartphones waren Telefone mit einem zusätzlichen mobilen Internetzugang. Heute sind Smartphones Internetzugänge mit denen wir auch telefonieren können. Mit den Möglichkeiten haben sich unser Nutzerverhalten und unsere Prioritäten grundlegend gewandelt. In Zukunft wird Sensortechnik die Fähigkeiten der Geräte beachtlich erweitern. Smartwatches werden unseren Standort, unseren Puls, und Insulinspiegel überwachen können. Smartwatch Autos werden zukünftig nach einem Unfall selbst die Notrufzentrale verständigen. Diese Cross-Verlinkungen lassen neue Produkt- und Wirtschaftsbereiche entstehen. In wenigen Jahren gibt unsere Sportbekleidung unser Befinden und unseren Blutdruck an unseren Arzt weiter. Dessen intelligente Auswertealgorithmen wissen dank Big Data noch vor uns, wann wir einen Herzinfarkt erleiden und können so automatisch den Rettungsdienst an unseren aktuellen Standort schicken. Natürlich werden, solange es uns gut geht und sofern wir dies möchten, unsere Leistungsdaten aktuell in die Cloud und zu unseren Freunden übertragen. Unser Bürostuhl wird uns zukünftig mitteilen, wann wir uns von ihm erheben und uns bewegen sollen, Pakete werden dann exakt dahin geliefert werden, wo wir uns befinden oder sie werden uns, durch das Tracking unserer Bewegungsdaten, an unserem Ankunftsort bereits erwarten. Das ist nur ein kleiner Teil der möglichen Entwicklungen neuer Services und Produkte, die interdisziplinäre Zusammenarbeit der fortschreitenden Digitalisierung entstehen lässt. Mit erweiterter Sensorik, künstlicher Intelligenz, weiterer Miniaturisierung, M2M-Kommunikation, dem Internet der Dinge (IoT) und im Zusammenwirken mit uns Menschen ergeben sich zukünftig viele neue Potenziale. Die Anfänge davon kennt wohl jeder schon in Form von selbstfahrenden Zügen an Flughäfen oder in der U-Bahn. U-Bahn Aber auch zunehmende Überwachung – zur Gefahrenabwehr oder als „Big Brother“ Ansatz – werden wir erleben. Die Gesichtserkennung kann dabei an sozialen Brennpunkten genauso genutzt werden, wie an Werbetafeln, die dann individuelle auf uns zugeschnittene Werbung einspielen. Mit dem IoT entsteht, durch die Interaktion von Computern auf geschäftlicher Ebene eine „Second Economy“. Das Internet ist und bleibt (vorerst) die Basistechnologie. Die schnelle und weltweite Kommunikation der erfassten Daten ist Kern der Entwicklung – die Vertraulichkeit und Sicherheit dieser Daten damit eine wichtige Komponente. Unsere Daten überwinden bereits auf vermeintlich kurzen Wegen nationale Grenzen. Das Internet ist ein globales Netzwerk, das aus Redundanz- und Sicherheitserwägungen schon immer internationale Verbindungen nutze. So kann die E-Mail an meinen Schreibtischnachbarn und andere Kollegen ganz oder in Teilen ein paar Mal um den Planeten gekreist sein, bevor sie Sekundenbruchteile später ihren Adressaten erreicht. Die unterschiedliche Gesetzgebung zum Datenschutz führen dazu, dass „unsere“ Daten auf dem Weg durch das Netz für andere Dinge genutzt werden, als uns lieb ist. Es ist sowohl aus individueller, wie auch organisationaler Sicht wichtig, sich dies bewusst zu machen und entsprechend mit elektronischen Daten umzugehen. Die richtige Balance zwischen dem, was privat und vertraulich bleiben soll und den Informationen, die zu meinem persönlichen Wohl von anderen genutzt werden dürfen, wird schwer zu finden sein. […]

These:

Die Digitalisierung schreitet immer weiter und schneller fort. Wir haben die Chance, enorme neue Möglichkeiten für uns zu nutzen.
Stefan Maron

Stefan Maron

Stefan Maron ist Leiter der Abteilung Marketing bei der Scopevisio. Sein Schwerpunkt liegt in den Bereichen der Digitaliserung und Marketing Automation.

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